Samstag , 26. September 2020
Garstedts Bürgermeisterin Christa Beyer (v.l.), Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause, Winsens Erster Stadtrat Christian Riech und Amelinghausens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch. Foto: mhe

Naturerlebnis statt Eventstrecke

Garstedt. 31,2 Kilometer sind es von der Einstiegsstelle in Amelinghausen bis nach Winsen: Damit Kanu-Fahrer ihren Ausflug auf der Luhe künftig im Einklang mit der Natur genießen können, haben die Stadt Winsen, die Samtgemeinden Salzhausen und Amelinghausen das Gemeinschaftsprojekt „Naturnahes Kanuwandern an der Luhe“ ins Leben gerufen, das sich derzeit in der Umsetzungsphase befindet. Das Projekt wird von der Leader-Naturparkregion Lüneburger Heide und der Leader-Region Achtern-Elbe-Diek unterstützt. An der Köhlerhütte in Garstedt trafen sich am Dienstag Vertreter der Stadt und der beteiligten Gemeinden, der Naturparkregion Lüneburger Heide und der Unteren Naturschutzbehörde, um über den aktuellen Stand des Projektes zu informieren.

Die Luhe ist ein beliebtes Paddelgewässer. Rund 6000 private und gemietete Kanus befahren den Fluss im Jahr. Doch die Popularität der Kanu-Strecke hat auch ihre Schattenseiten. „Es sind nicht nur normale Kanu-Fahrer unterwegs, sondern auch Event-Kanu-Fahrer etwa bei Junggesellenabschieden, die vermehrt auch dort anhalten, wo sie nicht sollten, Müll hinterlassen oder auch auf Privatgrundstücken anlanden“, erklärte Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause. Zwar gebe es schon ein Fahrverbot an Feiertagen wie Himmelfahrt und Pfingsten, viel gebracht habe es aber nicht, räumt Krause ein.

Gebiet als Rückzugsort nutzen

An Stelle eines generellen Verbots entstand die Idee, das naturnahe Kanuwandern zu fördern. Der Startschuss fiel 2017. „Wir haben damit angefangen, alle wesentlichen Akteure an einen runden Tisch zu bringen. Das waren über 60 Beteiligte“, berichtete Krause. Mit dabei sind Kanu- und Angelverbände, Kanuverleiher, Natur- und Wasserschutzbehörden und die Naturschutzorganisationen. Nach der Bestandsaufnahme wurde der Maßnahmenkatalog erstellt: Zur Verbesserung von Informationsmöglichkeiten und zur Besucherlenkung. „Wir haben dabei 30.000 Euro Kosten generiert“, sagte Krause. 60 Prozent der Summe werden von den Leader-Regionen gefördert. Den Rest teilen sich die Kommunen.

Erarbeitet wurde unter anderem ein Flyer, mit einer Karte der Luhe mit Hinweisen zur Befahrbarkeit. Eingezeichnet sind Ein- und Ausstiegsstellen, Brücken, Wehre, Stromschnellen, Grillplätze und mehr. Dazu gibt es Infos zur Kulturlandschaft „Luhe“ und Tieren, die das Gebiet als Rückzugsort nutzen. Der Flyer liegt in den Tourist-Informationen aus. Auch im Internet soll es in Kürze mehr Infos zu dem Thema geben. Zusätzlich sollen an Land sechs Info-Tafeln aufgestellt werden. Von der Wasserseite aus werden Schilder zu sehen sein, die auf Gefahren sowie Ein- und Ausstiegsstellen aufmerksam machen. Dazu gibt es Kilometertafeln.

Das Ziel des Projektes ist laut Krause nicht, die Zahl der Kanufahrer zu erhöhen, sondern das Klientel zu verändern. Die Leute sollen Spaß am Paddeln haben. Das Naturerleben soll im Vordergrund stehen.

Von Marieke Henning