Im Bereich des Spielplatzes soll der neue Bau entstehen. Foto: t&w

„Der Bedarf wird nicht abebben“

Adendorf. Gute Konzepte machen schnell Schule. Oder in diesem Fall wohl besser: Kindergarten. Nachdem die erste Sport-Kita im Landkreis Lüneburg im Oktober vergangenen Jahres in Ochtmissen an den Start ging, will die Gemeinde Adendorf ein ähnliches Projekt auf den Weg bringen. Neue Räumlichkeiten müssen dringend geschaffen werden, sagt Ordnungsamtsleiterin Sandra Eddelbüttel, denn „der Bedarf wird nicht abebben“.

Mit einem Container rettet sich die Kommune momentan über die Zeit, zahlreiche Neubaugebiete in Kombination mit der demografischen Entwicklung erfordern aber Nachbesserungen: „Der Trend geht zum Drittkind“, wie die Fachdienstleiterin während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales schmunzelnd anmerkte. Und deshalb bestehe Handlungsbedarf.

Das Projekt ist vom Konzept her ganz neu

Vorsorglich hat die Verwaltung daher bereits Fördermittel beim Land beantragt: Gut 12.000 Euro gewährt Hannover mittlerweile pro neu geschaffenem Kindergartenplatz. „Bei vier Gruppen macht das 1,5 Millionen Euro“, so Sandra Eddelbüttel, „und Krippen sollen auch bezuschusst werden.“ Der Antrag liefe, der weitere Ablauf sei Standard – nur das Projekt vom Konzept her ganz neu.

Im Bereich des Spielplatzes beim Sportplatz am Scharnebecker Weg soll die Einrichtung errichtet werden, im unteren Bereich die Gruppen beherbergen, darüber eine Gymnastikhalle bekommen. „Diese kann dann nachmittags durch die Sportvereine und Schulen genutzt werden“, erklärt die Hauptamtsleiterin. Umgekehrt soll der Kita-Nachwuchs auch die dort bereits vorhandene Halle sowie die Außenplätze belegen dürfen. Ein Übergang zwischen den Gebäuden ist angedacht. „Eine Win-Win-Situation.“

Rund 20 Mitarbeiter – so die derzeitigen Überlegungen – werden für die Sportkita benötigt. Das sei auch für eine reguläre Einrichtung die Richtlinie. Und auch die Kosten seien im üblichen Rahmen, so die Reaktion der Verwaltung auf Nachfrage eines Ausschussmitglieds: „Wir benötigen im unteren Bereich ja keinen großen Bewegungsraum“, sagt die Hauptamtsleiterin. Zudem könnten für dieses Projekt auch Fördermittel beim Kreis- und Landessportbund beantragt werden.

Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack machte anschließend noch einmal deutlich: „Wir sind vom Landkreis aus verpflichtet, Wohnraum zu schaffen, wollen das aber in Form einer Innerortsverdichtung erfüllen.“

Infrastruktur muss der Zunahme gewachsen sein

Letztlich soll der Ort aber nicht mehr als 12.000 Einwohner bekommen, „denn die Infrastruktur muss der Zunahme an Bürgern auch gewachsen sein“. Und dazu gehört maßgeblich auch die Kapazität der Kindergärten. Die könnte auch an anderer Stelle unterstützend gewährleistet werden: „Die Stadt will sich wohl vom Ebensberg aus in Richtung Erbstorf weiter ausdehnen“, so Maack, „wir könnten interkommunal kooperieren und beim TuS Erbstorf eine weitere Sport-Kita errichten.“

Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen. Das Thema ist bislang lediglich eine erste Information für die Politik, hat noch keine Gremien passiert. Eine Arbeitsgruppe aus Beteiligten der Verwaltung sowie der Leitung der bereits bestehenden Kindertagesstätten und der Gleichstellungsbeauftragten soll die Ideen jetzt mit Leben füllen.

Von Ute Lühr