Montag , 28. September 2020
Am Montag hat der Prozess gegen einen heute 53-jährigen Mann begonnen, der die Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin über Jahre vergewaltigt haben soll. Foto: Behns

Mädchen über Jahre vergewaltigt

Lüneburg. Vor dem Landgericht Lüneburg hat am Montag der Prozess gegen einen heute 53-jährigen Mann begonnen, der die Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin über Jahre vergewaltigt haben soll.

Das Martyrium des damals zwölfjährigen Mädchens begann laut Anklage im Jahr 2006. In den beiden Folgejahren soll der Mann das Kind insgesamt 15 Mal auf verschiedenste Art sexuell missbraucht und die Taten gefilmt haben. Die Verbrechen wären womöglich nie ans Tageslicht gekommen, wenn der Angeklagte nicht im Jahr 2019 im Winsener Freibad seine Badehose ausgezogen hätte, um sich vor neunjährigen Mädchen sexuell zu befriedigen. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden die Ermittler auf dem Computer des Mannes Filme sämtlicher Vergewaltigungen aus den Vorjahren, die er akribisch archiviert hatte. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hält eine Gefängnisstrafe von zehn bis elf Jahren für denkbar, wenn der Angeklagte seinen Opfern, darunter auch die kleine Mädchen, eine Aussage erspart. Anklage, Gericht und Verteidiger diskutieren diese Möglichkeit hinter verschlossenen Türen, während auf dem Flur die Opfer warten.

Von Thomas Mitzlaff

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