Montag , 28. September 2020
Förster Per-Ole Wittenburg, Claudia Kuchler (Caritasverband, l.) und Anja Buchholz befestigen in Wilschenbruch die Markierungen für die Quizrunden. Foto: uk

Auf der Spur der Pfeile

Lüneburg. Wandern in der Stadt? Das klingt nicht so wirklich spannend. Etwas anders könnte es sein, wenn zum Fußmarsch noch eine Portion Gehirnjogging kommt. Wenn dann das Ganze noch zum Wettstreit animiert und am Ende Preise winken, dann dürfte das Angebot nicht nur bei Wanderfreunden auf Interesse stoßen. Und genauso ist die Ferienaktion von Caritasverband und dem studentischen „Aktionskreis Kreatives und Soziales“ (AKS) auch gedacht: Zwei verschiedene Runden laden während der Sommerferien zum Spaziergang mit Quizaufgaben ein. An 38 Stationen im Stadtgebiet gibt es dabei einiges zu entdecken, zu knobeln und zu raten. Ausgangspunkt für beide Routen ist das Geschwister-Scholl-Haus im Stadtteil Bockelsberg.

„Lüneburg ist ja auch ein schönes Ausflugsziel“

Wie man trotz Corona eine besondere Ferienaktion auf die Beine stellen könnte, das hat die Mitarbeitenden in dem Mehr-Generationen-Haus schon vor Wochen beschäftigt. Claudia Kuchler vom Caritasverband, Freiwilligendienstlerin Anja Buchholz und Studierende haben das Konzept gemeinsam entwickelt: „Wir wollen möglichst viele Menschen zum Spazieren, Entdecken und Raten einladen“, sagt Kuchler. „Das Besondere ist, dass man zu jeder Zeit die Runden mit der Familie oder Freunden oder auch allein begehen kann.“ Student Erik Neubert ergänzt: „Lüneburg ist ja auch ein schönes Ausflugsziel. Das Angebot ist also für Besucher von außerhalb genauso interessant wie für Zuhause-Ferien.“ Und nicht nur per pedes dürfe mitgeraten werden, meint Anja Buchholz: „Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Routen auch mit dem Rad abfahren.“

Als Einstieg bietet sich ein Spaziergang auf der zwei Kilometer langen blauen Route an. Sie führt durch das Univiertel, vorbei am Zentralgebäude und durch das Wohngebiet zurück zum Geschwister-Scholl-Haus. Unterwegs gilt es, an zehn Stationen Fragen zu beantworten. „Die sind nicht kinderleicht, können aber von Kindern gut mitgeraten werden“, sagt Kuchler. Schätzfragen und Scherzfragen sind dabei, aber auch Geschichtliches zur Stadt oder zu Straßennamen, etwa: „Wer war Carl von Ossietzky?“

„Welches Tier wurde erst 1910 entdeckt?“

Die orangene Route führt dagegen hinaus in die Natur: Auf der sechs Kilometer langen Strecke geht es erst durch den Wilschenbrucher Wald, vorbei an den Bockelsberg-Teichen und nach der Unterquerung der B4 am Hasenburger Bach entlang zurück in die Stadt. Für die Fragen haben sich die Initiatoren hier Unterstützung von der Stadtförsterei geholt. „Es gibt ja in der Natur viele Dinge, die wir im Vorbeigehen nicht wahrnehmen“, sagt Förster Per-Ole Wittenburg und nennt ein Beispiel: „Jeder weiß, dass Bienen wichtig sind. Aber dass es viele sehr unterschiedliche Bienenarten gibt, ist nicht so bekannt.“ Um Bienen, Vögel, die Fische in der Ilmenau drehen sich also die Quizfragen, aber auch um Ortstypisches wie den „gruseligen Namen“ einer Brücke oder um Kurioses wie: „Welches Tier wurde erst 1910 entdeckt?“

Wer alle Fragen beantwortet hat, ist aber noch längst nicht fertig. Die Lösungsbuchstaben aus den richtigen Antworten ergeben, richtig zusammengesetzt, das Lösungswort. Die Teilnahmebögen hängen bis zum 28. August zum Mitnehmen am Geschwister-Scholl-Haus, auch die Touristeninformation am Marktplatz hält Exemplare bereit. Wer unterwegs zufällig auf eine Station stößt, kann natürlich von jedem Punkt aus mitmachen – die Pfeile weisen den Weg. Teilnahmezettel mit Lösungswort werden in den Briefkasten am Geschwister-Scholl-Haus gesteckt. Unter den richtigen Antworten werden ein geführter Waldspaziergang mit dem Förster und ein Bild der Lüneburger Künstlerin Katherine Dombrowski verlost.

Von Ute Klingberg-Strunk