Dienstag , 29. September 2020
Ein Coca-Cola-Glas an der zuvor favorisierten Bohrstelle bei Vögelsen. Jetzt soll der neue Vio-Brunnen bei Gut Brockwinkel an der Landwehr entstehen. (Foto: dth)

Welche Folgen hat die Grundwasserentnahme durch Coca Cola? Auch Vögelsen fordert Gutachten

Vögelsen/Bardowick. Erneut werden die Rufe lauter, der Landkreis Lüneburg solle ein „unabhängiges Gutachten“ in Auftrag geben, um die Konsequenzen der geplanten Grundwasserentnahme durch den Coca-Cola-Konzern bei Gut Brockwinkel zu untersuchen. Einer entsprechenden Resolution des Samtgemeinderates Bardowick schloss sich jetzt der Gemeinderat Vögelsen bei seiner jüngsten Sitzung an, das sagt Vögelsens Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD).

Wie berichtet, hat der Landkreis als Untere Wasserbehörde der Coca-Cola-Tochter Apollinaris Brands erlaubt, für einen Pumpversuch über 70 Tage maximal 118 000 Kubikmeter Grundwasser am neuen Brunnenstandort bei Gut Brockwinkel (Gemarkung Reppenstedt) aus rund 200 Metern Tiefe zu entnehmen. Die umgerechnet bis zu 118 Millionen Liter Wasser sollen ungenutzt in den Reppenstedter Bach „Kranker Hinrich“ eingeleitet werden. Der Testlauf ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens, ob der Produzent des Mineralwassers „Vio“ langfristig 350.000 Kubikmeter Grundwasser pro Jahr fördern darf – zusätzlich zu seinen Förderrechten auf Lüneburger Stadtgebiet.

Bei seiner Sitzung vergangene Woche beschloss der Samtgemeinderat Bardowick die Resolution an den Landkreis. Darin nimmt der Rat Bezug auf eine vorherige Resolution der Samtgemeinde von Ende 2017 und erneuert nun seine Forderung an den Landkreis „durch ein unabhängiges Gutachten feststellen zu lassen, welche langfristigen Auswirkungen die Wasserentnahme auf den entsprechenden Grundwasserleiter, insbesondere im Gebiet der Samtgemeinde Bardowick, bezüglich Menge und Qualität hat“. dth