Mittwoch , 23. September 2020
Im Schuljahr 2020/21 wird es am Gymnasium Oedeme sieben Züge im fünften Jahrgang geben. (Foto: t&w)

Ausnahme für Gymnasium Oedeme

Lüneburg. Für 15 Eltern und ihre Kinder kommt rechtzeitig zu den Sommerferien die erlösende Nachricht: Der Kreistag verabschiedete am Montag eine Ausnahmegenehmigung für das Gymnasium Oedeme. Der neue Jahrgang wird siebenzügig eingerichtet – damit können auch die 15 Mädchen und Jungen aus Lüneburg die Schule besuchen, die zuvor im Losverfahren leer ausgegangen waren.

„Wir reagieren damit auf entsprechende Anmeldezahlen.“
Jens Böther (CDU), Landrat

„Wir reagieren damit auf entsprechende Anmeldezahlen“, begründete Landrat Jens Böther (CDU) den Vorschlag der Verwaltung. Der Landrat will das aber auch als Ausnahme verstanden wissen und kündigte der Kreispolitik an, dass sich der Kreis bei künftigen Anmeldeverfahren „in der Vorphase einbringen“ werde.

Die Politik war in der Frage durchaus gespalten. Rolf Rehfeldt (Grüne) bezeichnete den Unmut der Eltern „als verständlich“, kritisierte aber zugleich, dass der Beschlussvorschlag „vollständig am Alltag der Schule vorbeigeht“. Unterricht müsse nun auch in Containern stattfinden, die Entscheidung habe zudem Auswirkung bis in die 13. Klasse dieses Jahrgangs. Dies „wäre ein Schritt zurück zugunsten der Schüler“.

Grüne und Linke gegen Siebenzügigkeit

Ganz anders argumentierte Stephan Bothe (AfD). Das Wahlverhalten der Eltern habe gezeigt, dass die bisherige Planung „an der Lebenswirklichkeit vorbei“ gegangen sei. „Dieser hohen Beliebtheit müssen wir Rechnung tragen“, sprach sich Bothe dafür aus, die Voraussetzungen für eine dauerhafte Siebenzügigkeit zu schaffen. Markus Graff kritisierte, dass hier ein einstimmiger Beschluss des Kreistages aus dem Vorjahr aufgebrochen werde – „nach dem Motto: Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet.“

Brigitte Mertz gab für die SPD-Fraktion zu bedenken, dass das Anwahlverfahren wenig vorhersehbar sei. Die Viertklässler des aktuellen Jahrgangs seien durch die Corona-Krise „besonders gebeutelt“. Da sei es gut, dass die Klassen etwas kleiner sind, bekräftigte sie, dass dies eine „einmalige Entscheidung“ sei. Das betonte auch Ulrike Walter (CDU). Die Situation sei „das Ergebnis einer unglücklichen Kommunikation“.

Dies dürfe jetzt nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. SPD, CDU und AfD stimmten am Ende einmütig für die Siebenzügigkeit, Grüne und Linke dagegen, die fünf Mitglieder der Kreistags-Gruppe FDP/Unabhängige entschieden sich unterschiedlich.

Mehr Plätze als Anmeldungen

Die staatlichen Gymnasien im Landkreis wurden wie folgt angewählt:

  • Oedeme 197 Kinder (180 Plätze bei Sechszügigkeit)
  • Johanneum 145 Kinder (max. 180 Plätze)
  • Wilhelm-Raabe-Schule 157 Kinder (max. 150 Plätze)
  • Herderschule 124 Kinder (max. 150 Plätze)
  • Scharnebeck 103 Kinder (max. 150 Plätze)
  • Bleckede 66 Kinder (max. 90 Plätze)

Mögliche Schulplätze an Gymnasien insgesamt: 900

Anmeldungen an Gymnasien insgesamt: 792, ohne Auswärtige (andere Landkreise) 765 Anmeldungen

 

Von Marc Rath