Bürgermeister Herbert Tolksdorf und Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch freuen sich über den neuen Gemeinschaftsbau. (Foto: t&w)

Gemeinschaftshaus und Kita in einem

Rehlingen. Die Bauarbeiten für den neuen Kindergarten Rehlingen sind auf der Zielgeraden. Gleichzeitig endet damit die Ära des Spielkreises Ehlbeck. Der war in dem Dorf im April 1973 eröffnet worden, um Müttern eine ortsnahe und zunächst ehrenamtlich organisierte Kinderbetreuung zu ermöglichen, damit sie vormittags auf den Höfen mitarbeiten konnten. Für den Transport des Nachwuchses zum Kindergarten Amelinghausen fehlte oftmals das notwendige Auto.

Seit Juni 2019 wird nun die ehemalige Schule in der Diersbütteler Straße in Rehlingen zu einem Multifunktionsgebäude umgebaut. Es soll dem Kinderspielkreis nicht nur ein neues Domizil bieten. Mit dem Betriebsbeginn ab August 2020 wird aus dem Spielkreis zudem ein vollwertiger Kindergarten. Und Platz für die Dorfgemeinschaft gibt es auch noch.

Trägerschaft wurde 2018 übernommen

Seit August 2018 hat die Samtgemeinde Amelinghausen die Trägerschaft der Kindergärten von den Mitgliedsgemeinden übernommen. Seitdem steht auch der Spielkreis Ehlbeck, bislang im alten Lehrerhaus im Ortsteil Ehlbeck untergebracht, unter der Personalverantwortung der Samtgemeindeverwaltung. Zuletzt hatte die Gemeinde Rehlingen den Spielkreis bis dahin schon wie einen Kindergarten geführt – und ähnlich defizitär. In den vergangenen Jahren hatten sich zudem Beschwerden von Eltern über den baulichen Zustand, beispielsweise der Sanitär­einrichtungen, gehäuft. Den Umbau der Alten Schule in Rehlingen vor Augen wollte die Gemeinde aber seinerzeit nur noch die notwendigen Reparaturen leisten.

Der neue Kindergarten wird künftig 25 Betreuungsplätze bieten und damit fünf mehr als der bisherige Spielkreis. Geht die Betreuungszeit werktags bislang bis 12 Uhr wird sie künftig bis 14.30 Uhr ausgeweitet, inklusive Mittagsverpflegung.

Zudem soll ein Teil des Gebäudes auch als Dorfgemeinschaftshaus nutzbar sein. Schiebewände sorgen für eine variable Raumgestaltung – sei es für Ratssitzungen oder Feiern.
Die Kosten für den Umbau werden von der Samtgemeindeverwaltung auf rund eine Million Euro beziffert. Der Löwenanteil wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung gedeckt, heißt es. Der Restbetrag von voraussichtlich rund 350 000 Euro wird anteilig von Samtgemeinde (zwei Drittel) und Gemeinde (ein Drittel) geschultert, sagt Rehlingens Bürgermeister Herbert Tolksdorf (UWR) auf LZ-Nachfrage. Die Gemeinde ist offiziell Bauherr. Tolksdorf sagt: „Wenn das Gebäude Ende Juli fertiggestellt ist, wird es als wirtschaftliches Eigentum der Samtgemeinde übergeben.“ Das Grundstück aber bleibe im Eigentum der Gemeinde. Bei der Gestaltung des Außengeländes hatte die Gemeinde zwischenzeitlich auf eine angedachte Boule-Bahn und einen Grillplatz nach Anwohnerbeschwerden verzichtet. Zusätzlich zum bestehenden öffentlichen Spielplatz wird allerdings ein zusätzlicher Außenspielbereich für den Kindergarten eingerichtet.

Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) sagt zu der Bedeutung des Projekts: „Ich freue mich, dass wir mit einer kreativen Lösung unterschiedliche Nutzungen durch Gemeinde und Samtgemeinde ermöglichen können.“ Durch das gemeinsame Projekt werde die gute Zusammenarbeit deutlich. Dem pflichtet Tolksdorf bei und sagt: „Auch die Kinder werden sich sicher freuen, das neue Haus wird sehr schön.“

Als nächstes steht bei der Samtgemeinde in Sachen Ausbau der Kinderbetreung der Krippenanbau am Kindergarten in Soderstorf auf der Agenda, sagt Kalisch. Auch dabei fällt das Schlagwort „Multifunktional“, denn der Krippenanbau soll auch für den Kindergarten nutzbar sein. Die Planungen laufen.

Von Dennis Thomas