Samstag , 15. August 2020
Reaktion auf den anhaltenden Camping-Boom in der Region: Nicht nur Amelinghausen, sondern auch Salzhausen will die Wohnmobilstellplätze aufwerten und so attraktiver machen. Foto: phs

Mehr Platz für Camper

Amelinghausen/Salzhausen. Jetzt werden allmählich die letzten großen Geldbeträge aus der Leader-Förderung für Projekte in der Lüneburger Heide verteilt. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG), das regionale Entscheidungsgremium für das von der EU zugeteilte Förderbudget, hat jetzt weitere 240.000 Euro für drei Projekte auf den Weg gebracht, das berichtet Hanna Fenske, Regionalmanagerin der Naturparkregion. Vor allem die Wohnmobilstellplätze in Amelinghausen und Salzhausen sollen mit der finanziellen Hilfe aufgewertet werden. Außerdem wird das Projekt eines Hanstedters zur Vitalisierung von Ackerböden unterstützt. In der nun 2020 auslaufenden Förderperiode stehen dann noch rund 290.000 Euro für weitere Projekte zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturparks Lüneburger Heide.

Die Samtgemeinde Amelinghausen erhielt eine Förderzusage über 90.000 Euro. Der Wohnmobilstellplatz in der Nähe des Waldbades soll durch eine Parzellierung inklusive Stromversorgung und eines Schrankensystems aufgewertet werden, heißt es in dem vorgestellten Konzept der Samtgemeinde. Ziel sei es, durch die Aufwertung des Platzes Camper länger im Naturpark zu halten und gleichzeitig wildes Camping zu vermieden, heißt es.

Ein „Info-Point“ soll geschaffen werden

Ein ähnliches Vorhaben verfolgt auch die Gemeinde Salzhausen: Sie will ihren Wohnmobilstellplatz verlegen und die Anzahl der Stellplätze auf rund 20 verdoppeln. Außerdem soll der Campingplatz, ähnlich wie in Amelinghausen, mit weiteren Angeboten verzahnt werden.

So will auch Salzhausen die Wohnmobilisten neben dem örtlichen Waldbad ansiedeln. Zudem soll ein sogenannter „Info-Point“ geschaffen werden, der über touristische Ziele im Naturpark informiert, die beispielsweise mit dem Heide-Shuttle erreicht werden. Für das Vorhaben soll Salzhausen eine Fördersumme von 50.000 Euro erhalten, teilt Fenske mit.

Einen Zuschuss über gleich 100.000 Euro soll eine noch zu gründende gemeinnützige GmbH des Hanstedter Produktmanagers Hauke Witte erhalten. Der Hanstedter überzeugte die LAG mit seinem Pilotprojekt, in dem er sogenannte „Terra preta-Erde“ zur Aufwertung und Vitalisierung von Ackerböden erzeugen will. Terra Preta heißt auf Portugiesisch „Schwarze Erde“ und meint eigentlich einen fruchtbaren, tiefschwarzen Boden im Amazonasgebiet, der durch langjährige Bewirtschaftung der Indios unter Beimengung von Kohle sowie fermentierten Dungs und Pflanzenresten entstanden ist.

„Ein Projekt mit einem nachhaltigen Ansatz“

Witte plant nun, mithilfe einer speziellen Anlage Pflanzenkohle beispielsweise aus Pferdedung und Material aus der Heidepflege herzustellen. Ob das Endprodukt tatsächlich Ackerböden vitalisiert, soll eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Lüneburg ergründen.

Olaf Muus, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe und Samtgemeindebürgermeister von Hanstedt, zeigte sich mit der jüngsten Entscheidungsrunde zufrieden: „Wir fördern dieses Mal klassische Maßnahmen eines naturverbundenen Tourismus, aber auch ein Projekt mit einem innovativen, nachhaltigen Ansatz.“

Seit Januar 2016 wurden mit insgesamt zwei Millionen Euro 61 Projekte in der Naturparkregion Lüneburger Heide unterstützt. Jetzt sind laut Regionalmanagerin Fenske noch 90.000 Euro im Topf für „Maßnahmen zum Erhalt baukulturell wertvoller Objekte“ sowie rund 200.000 Euro „für Vorhaben, die dem Klima-, Umwelt- oder Natur-schutz dienen, die naturparkspezifische Wirtschaftsentwicklung zum Ziel haben oder positiv auf die demografische Entwicklung einwirken“. Die nächste Antragsfrist endet am 3. September.

Interessierte Antragsteller wenden sich an Regionalmanagerin Hanna Fenske unter (04171) 693145 oder hanna.fenske@naturpark-lueneburger-heide.de). Weitere Infos gibt es unter www.naturpark-lueneburger-heide.de.

Von Dennis Thomas

Hintergrund

Von Buchholz bis Ilmenau

Die LEADER-Naturparkregion Lüneburger Heide erstreckt sich anteilig über die Landkreise Harburg, Heidekreis und Lüneburg und umfasst die Gemeinden von Buchholz bis Soltau und von der Samtgemeinde Tostedt bis zu den Samtgemeinden Gellersen, Amelinghausen und Ilmenau. LEADER („Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“) steht für die „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ und ist ein Förderinstrument der EU zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume.

In Niedersachsen gibt es insgesamt 41 solcher Leader-Regionen, darunter auch „Achtern-Elbe-Diek“ unter anderem mit den Samtgemeinden Bardowick und Elbmarsch oder die Region „Elbtalaue“, die von Scharnebeck über Bleckede bis Lüchow und Gartow reicht.