Donnerstag , 24. September 2020
Der Lüneburger Kreistag debattiert heute im Kulturforum über verschiedene Zukunftsthemen. Foto: t&w

Von Wasserstoff bis Wassersparen

Lüneburg. Das Thema Wasserstoff nimmt in der Region weiter Fahrt auf: Gerade erhielt das „Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen“, zu dem auch der Kreis Lüneburg gehört, die Förderzusage über 750.000 Euro zur Finanzierung eines Regionalmanagements mit dem Schwerpunkt „Wasserstoffwirtschaft“. Um eine neue Wertschöpfungskette in der Region zur Herstellung grünen Wasserstoffs soll sich nun auch der Landkreis Lüneburg bemühen, das ist Kern eines SPD-Antrags, der bei der heutigen Sitzung des Lüneburger Kreistags öffentlich beraten wird.

Weniger erfolgversprechend erscheint ein Antrag der Grünen zu sein, obwohl es dabei weniger um komplizierte Technik geht, sondern tatsächlich nur um Wasser: Es geht um die Forderung nach einem Wassermanagementkonzept, um die regionalen Grundwasservorkommen zu schonen. Dem steht aber bereits die Kreisverwaltung ablehnend gegenüber. Sie teilt zwar den Grundgedanken, habe aber zuwenig Personal, um die Forderung umzusetzen, heißt es.

Neue Energiespeicher sollen geschaffen werden

Um in Sachen Wasserstoff-Technologie im Landkreis voranzukommen, schlägt die SPD-Kreistagsfraktion vor, eine kommunale Gesellschaft „Nachhaltigkeit“ auf den Weg zu bringen. Konkret solle der Landkreis mit einer Firma in Nordfriesland Kontakt aufnehmen, die sich auf die regionale Gewinnung und Nutzung von Wasserstoff aus Windenergie spezialisiert hat. So ein Konzept könne auch für den Landkreis Lüneburg umgesetzt werden, mit dem Ziel, Wasserstoff als Energiespeicher für die hiesigen Wind- und Solarenergieanlagen zu nutzen. Dabei seien „Kooperationen mit Partnern, wie zum Beispiel den Landkreisen Stade und Harburg und der Hansestadt Lüneburg, anzustreben“, heißt es in dem Antrag, der heute im Kreistag beraten wird.

Bi der Forderung der Grünen nach einem Wassermanagementkonzept geht es auch darum, geklärte Abwässer oder die Weiterverwendung von Produktionswasser in den Blick zu nehmen. Die Grünen legen den Antrag erneut vor, Anlass sind Berichte, wonach nach den Dürrejahren 2018 und 2019 auch 2020 die Grundwasserstände erhebliche Defizite aufwiesen. Für die Erstellung eines Wassermanagementkonzeptes sollen 200.000 Euro in den Nachtragsetat gestellt werden. Die Kreisverwaltung verweist in der aktuellen Sitzungvorlage darauf hin, dass ein fast wortgleicher Antrag der Grünen zuletzt Ende 2019 abgelehnt wurde. Und zumindest an der ablehnenden Haltung der Kreisverwaltung hat sich offenbar nicht viel geändert.

Kreisverwaltung lehnt Idee wegen Personalmangels ab

So heißt es in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung: „Für ein umfassendes Konzept bedarf es entsprechender personeller Kapazitäten. Selbst wenn eine Vergabe erfolgt, ist dies mit einem großen Betreuungsaufwand verbunden. Diese Kapazitäten sind nicht vorhanden.“

Und an anderer Stelle heißt es später: „Dass Abwasser aus Kläranlagen und benutztes Kühlwasser für eine Substitution von Grundwasser in Frage kommen, ist unstrittig und bedarf keines Konzeptes. Entscheidender wäre die Umsetzung. Hierfür wären Projektträger und finanzielle Mittel erforderlich. Dafür dass der Landkreis diese vollständig neue Aufgabe übernimmt, fehlen wie oben ausgeführt die Kapazitäten.“

Weitere Themen der heutigen öffentlichen Sitzung sind beispielsweise die neue Kita-Vereinbarung zwischen Landkreis und Kommunen, die Neuwahl ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht, die Ausweisung des Naturschutzgebietes „Hohes Holz“ oder das Anmeldeverfahren 2020/21 beim Gymnasium Oedeme. dth

Die öffentliche Sitzung des Lüneburger Kreistags beginnt heute, Montag, um 16 Uhr im Kulturforum (Gut Wienebüttel 1, Lüneburg).