Mehr als 200 Einsatzkräfte aus drei Bundesländern waren an der Suche am Wehr bei Geesthacht beteiligt. Foto: Lutz Wreide

Fieberhafte Suche nach Kajak-Fahrer

Rönne. Knapp drei Stunden lang hat ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei auf der Elbe bei Geesthacht vergeblich nach einem vermissten Kajak-Fahrer gesucht. Beteiligt waren rund 200 Kräfte aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Es war kurz vor Mittag, als Passanten am Elbufer an der Rönner Brücke einen Kajak-Fahrer bemerkten, der über das Wehr der Staustufe trieb und in den schäumenden Fluten verschwand. Die Zeugen alarmieren sofort die Rettungskräfte, berichtete Lutz Wreide, Pressesprecher der Elbmarsch-Feuerwehren im Landkreis Harburg.

Der Polizei zufolge handelt es sich bei dem Vermissten wahrscheinlich um einen 23-Jährigen aus der Nähe von Dresden. Er soll mit seinem Boot am 4. Juli in Pirna mit dem
Ziel Hamburg aufgebrochen sein.

Beiderseits der Elbe wurden Boote zu Wasser gelassen und der Rettungshubschrauber Christoph 29 zog im Tiefflug seine Kreise. Schnell sei das gelbe Kajak am Ufer ausgemacht worde, sagte Wreide. Von dem Insassen fehlte jedoch jede Spur. Boote der Feuerwehr und des DLRG suchten die unmittelbare Nähe des Wehrs ab. Weitere Boote übernahmen die Suche stromabwärts.

Kräfte der Berufsfeuerwehr Hamburg sowie aus den Landkreisen Harburg und Herzogtum Lauenburg waren mit Tauchern vor Ort und prüften, ob ein Tauchgang in unmittelbarer Nähe des Wehrs möglich wäre. Aufgrund der starken Strömung konnten die Taucher aber nicht ins Wasser gehen. Stattdessen suchten Sonarboote den Grund der Elbe ab. Dazu wurde zeitweise eines der zwei offenen Wehrsegmente geschlossen. Boote der DLRG und der Feuerwehren suchten immer wieder den Elbverlauf ab.

Um Unterstützung bei der Suchaktion gebeten wurden auch zivile Bootsführer. Die Besatzung eines privaten Bootes entdeckte dann gut 400 Meter unterhalb des Wehres persönliche Gegenstände des Vermissten, die von den Feuerwehren geborgen wurden. Geführt wird der Einsatz vom stellvertretenden Gemeindebrandmeister Benjamin Storbeck, der sein Lagezentrum direkt auf der Brücke oberhalb der Unglücksstelle aufgeschlagen hatte. Die Elbquerung der B404 war für die Dauer des Einsatzes komplett gesperrt. Im Laufe des Einsatzes wurden im unmittelbaren Bereich des Wehres dann weitere persönliche Gegenstände des Kajak-Fahrers gefunden. Darunter auch Ausweispapiere. lz