Karina Timmann und Peter Gerlach zeigen, wie man das Rad in den Montageständer hängt, um mit dem Werkzeug optimal arbeiten zu können. (Foto: Stadt Uelzen)

Grüne Säulen für Radfahrer

Uelzen/Lüneburg. Platten? Kette abgesprungen? Wer mit dem Fahrrad liegenbleibt, kann in Uelzen auf Hilfe hoffen. Genauer gesagt auf Hilfe zur Selbsthilfe.

Ab sofort ist am Herzogenplatz vor der Stadt- und Tourist­information sowie am Vorplatz des Hundertwasser-Bahnhofs in Uelzen je eine leuchtend grüne Fahrrad-Reparatursäule in Betrieb. Für kleinere Reparaturen können Touristen und Alltagsradler hier das nötige Werkzeug sowie eine Luftpumpe nutzen. Darüber hinaus sind über einen QR-Code an der Säule Reparaturanleitungen online abrufbar. Auch für Rollstühle und Kinderwagen sind die Hilfsmittel geeignet, betont die Stadt.

Auch für Lüneburg sind die Säulen zumindest interessant. „Das klingt nach einer richtig guten Idee. Wir werden uns mit den Kollegen in Uelzen dazu in Verbindung setzen. Interessant wäre es dann auch zu hören, wie die ersten Erfahrungen damit sind“, sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck. Allerdings stellt sie klar, dass die Säulen „keine Konkurrenz zum örtlichen Fahrradhandel“ werden dürfen.

In Uelzen ist man überzeugt, dass „wir mit den Säulen unseren Bikern mehr Komfort bieten können und hoffen sehr, dass diese robusten Säulen vor mutwilliger Zerstörung verschont bleiben“, sagt Karina Timmann, Klimaschutzmanagerin der Hansestadt. Auch Peter Gerlach von der HeideRegion Uelzen ist sich sicher: „Für die Radreiseregion Uelzen sind solche Service-Stationen wertvoll und werden bei den Touristen sicherlich gut ankommen.“

Auch die Lüneburger „Ideenschmiede“ reagiert positiv auf die Uelzener Säulen. Lars Werkmeister, Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH, betont: „Diese Stationen sind grundsätzlich ein guter Service. Ich habe mich vor zwei Jahren mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt und dazu viel mit Leuten vom ADFC ausgetauscht. Das wichtigste Element ist die Luftpumpe. Die ist allerdings oftmals sehr anfällig für Schäden. Außerdem macht die Kombination der Werkstatt mit einem Schlauchautomaten Sinn.“ Denn die Gefahr von Vandalismus sei auf jeden Fall gegeben. Daher ist es für Werkmeister wichtig, „dass der Standort gut gewählt wird, eigentlich muss er abschließbar sein.“ In Hamburg habe man im Stadtgebiet vor einiger Zeit Luftpumpen aufgestellt. „Die haben da vielleicht mehr Erfahrung und können sagen, ob die Einrichtungen genutzt werden.“ Für den Geschäftsführer steht fest: „An sich kann eine solche Station also eine gute Sache für den lokalen Radfahrer in Lüneburg sein. Der Standort ist aber entscheidend.“

Klar ist, dass das Klimaschutzmanagement in Uelzen die beiden Fahrrad-Reparatursäulen angeschafft hat, um den emissionsfreien Fahrradverkehr weiter zu stärken. „Sollten die Reparatursäulen gut angenommen und nicht regelmäßig demoliert werden, könnten wir uns durchaus auch weitere Exemplare im Stadtgebiet vorstellen“, sagt Timmann. Der bislang am Rathaus platzierte Akku-Ladeschrank für E-Bikes ist aufgrund des wiederkehrenden Vandalismus vor das Schwimmbad Badue in der Veerßer Straße umgezogen und wird dort in Kürze wieder einsatzbereit sein. wko