Der gebührenfreie Kindergarten reißt ein zusätzliches Loch von 340.000 Euro in den Haushalt der Samtgemeinde Gellersen. Erstattet werden vom Land aus dem Härtefallfonds jedoch nur 110.000 Euro. Foto: t&w

Gellersen verzichtet auf Gebühren

Reppenstedt. Auch die Samtgemeinde Gellersen verzichtet auf Kita-Gebühren für die Monate April, Mai und Juni, das beschloss jetzt der Samtgemeinderat einstimmig. Anlass sind die coronabedingten Schließungen der Kinderbetreuungseinrichtungen über drei Monate. Zahlen sollen hingegen Erziehungsberechtigte, die die Notbetreuung in Krippen für Kinder in Anspruch genommen haben, die noch keine drei Jahre alt sind – erst ab drei Jahren greift die vom Land beschlossene Gebührenfreiheit.

Insgesamt belaufen sich die Gebührenausfälle für die Samtgemeinde Gellersen als Trägerin von Krippen und Kindergärten für April bis Juni voraussichtlich auf rund 90.000 Euro, sagte Verwaltungschef Steffen Gärtner (CDU). Der Betrag solle durch die beabsichtigte Senkung der Kreisumlage gegenfinanziert werden. Zudem bildet die Samtgemeinde Rückstellungen in Höhe von 20.000 Euro, um die Gebührenausfälle der evangelischen Krippe Kirchgellersen und des evangelischen Kindergartens Reppenstedt zu begleichen, die mit dem zuständigen Kirchenkreisamt wohl erst 2021 abgerechnet werden.

Sieben Euro pro Tag

Für die Inanspruchnahme der Krippen-Notbetreuung sollen die Eltern indes den niedrigsten Gebührensatz zahlen: In Gellersen sind das sieben Euro pro Tag. Dagegen sprach sich bei der Ratsdebatte Jürgen Hesse (SOLI) aus. Schließlich nutzten Vertreter systemrelevanter Berufe die Notbetreuung und für die sollte die Samtgemeinde „nicht nur warme Worte übrig haben“, sagte Hesse. Zumal es in der Summe gerade mal um etwas mehr als 3000 Euro für die Samtgemeinde ginge.

Dem entgegnete Anikó Hauch (FDP): „Nicht systemrelevante Berufstätige hatten auch Kosten, um ihre Kinder zu betreuen.“ Schließlich schloss sich der Rat mehrheitlich, bei zwei Gegenstimmen, dem Verwaltungsvorschlag an. Dazu Gärtner: „Sieben Euro sind wahrlich nicht zuviel für unsere hochwertigen Kitas.“

Vereinfachung der Abrechnung

Zusätzlich beschloss der Rat, die Gebühren für die Mittagsverpflegung fortan pauschal um rund zehn Prozent zu senken. Dahinter steckt aber weniger ein Akt der Nächstenliebe, sondern vielmehr eine Vereinfachung der Abrechnung: Bislang wurden nicht in Anspruch genommene Mittagsverpflegungen nämlich halbjährlich in einer Rückrechnung beglichen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Um der Verwaltung diesen Aufwand zu sparen, wird künftig pauschal abgerechnet, egal ob das Kind teilnimmt oder nicht. Im Gegenzug müssen Eltern zwei Essen pro Monat weniger bezahlen. Eine Erstattung der Gebühren erfolgt dann nur noch, wenn ein Kind länger als 15 Tage entschuldigt in einem Stück nicht an der Verpflegung teilnehmen kann, heißt es.

Von Dennis Thomas

Zur Sache

Notbetreuung zog erst ab Mai an

Die Inanspruchnahme der Notbetreuung der Gellerser Krippen war nach Angaben der Verwaltung zu Beginn äußerst gering. In den ersten vier Wochen seien lediglich vier Kinder in der Krippe Reppenstedt betreut worden. Ab Mai wurden alle Krippen geöffnet. Ende Mai wurden in Wester-gellersen sechs, in Kirchgellersen neun und in Reppenstedt 13 Kinder betreut. In Reppenstedt stieg die Zahl der betreuten Kinder ab Anfang Juni auf 22.