Samstag , 24. Oktober 2020
Wo derzeit noch Autos parken, sollen schon bald zwei Neubauten im Luxus-Segment entstehen. (Foto: be)

Luxusbau am Liebesgrund

Lüneburg. Die Hindenburgstraße gehört in ihrem östlichen Abschnitt zu den besseren Adressen Lüneburgs, vor allem die Seite, die dem Liebesgrund zugewandt ist. Entsprechend hochpreisig sind dort Wohnungen und Grundstücke. Dies dürfte vermutlich weiteren Auftrieb durch ein Bauvorhaben erfahren, das dort auf einem unbebauten Grundstück geplant ist.

Entstehen sollen auf dem Grundstück Hindenburgstraße 111 zwei zweigeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss mit Mansarddach, berichtet Architekt Wolfgang Dimke, der das Objekt im Auftrag seines Sohnes und Investors Felix Dimke plant. Pro Gebäude sind drei Wohnungen mit jeweils rund hundert Quadratmetern Wohnfläche vorgesehen, außerdem eine Tiefgarage mit zehn Stellplätzen.

Die in rotem Backstein mit weißen Holz-Sprossenfenstern gezeichneten Gebäude werden sich „wie die Faust aufs Auge“ in die Umgebung einfügen, verspricht Dimke. Die Bauausführung werde „im hochwertigen Bereich“ erfolgen.

Das wird sich auch in den Preisen widerspiegeln, die durch den Verkauf der Wohnungen erzielt werden sollen. „Der Quadratmeterpreis wird oberhalb von 6000 Euro liegen“, sagt Dimke. Dass dies den ohnehin hochpreisigen Immobilienmarkt in Lüneburg weiter anheizen wird, weiß auch er, begründet dies aber mit dem hohen Kaufpreis fürs Grundstück. Das wurde bis vor kurzem noch als Parkfläche unter anderem für das Car-Sharing-Unternehmen Cambio genutzt.

Um Unwägbarkeiten bereits im Vorfeld auszuloten, habe man sich für eine Bauvoranfrage entschieden. Ein Jahr lang habe man sich dazu mit der Stadt ausgetauscht und laut Dimke am Ende „gemeinsam ein gutes Konzept erarbeitet“. Festgelegt wurde dabei unter anderem, dass der Abstand der Baukörper zum Liebesgrund vergrößert wird und statt eines L-förmigen Gebäudes zwei einzelne entstehen. Nachbarn hätten Gelegenheit gehabt, ihre Bedenken vorzutragen. Ein Beweissicherungsverfahren zur Feststellung möglicher Schäden an den Nachbarhäusern während der Bauphase sei vorgesehen.

Wie die Stadtverwaltung erklärte, liege das Baugrundstück außerhalb des Senkungsgebiets. „Spezielle Baugrenzen, die hier einzuhalten wären, gibt es nicht“, sagt Pressesprecherin Ann-Kristin Jenckel. Auch seien die örtlichen Verhältnisse mehrmals in Augenschein genommen worden, um zu gewährleisten , dass sich das Vorhaben in die Umgebung einfühgt.

Inzwischen wurde die Bauvoranfrage positiv beschieden, wie Architekt Dimke berichtet. Er rechne nun damit, in etwa zwei Monaten mit dem Bau beginnen zu können.

Von Ulf Stüwe