Samstag , 8. August 2020
Das "Bridgen" am Stint bleibt bis Ende September verboten. Foto: A/t&w

Sitz-Verbot für Stint-Brücke

Lüneburg. Hunderte Menschen versammeln sich an warmen Wochenend-Nächten an der Stint-Brücke, um gemeinsam zu trinken und gemütliche Stunden zu verbringen. Dieses so genannte „Bridgen“ will der Landkreis Lüneburg jetzt mit einer neuen Allgemein-Verfügung unterbinden: Ab sofort ist es verboten, sich in den Nächten zu Sonnabend und Sonntag jeweils von 19 bis 4 Uhr auf den Bürgersteig, die Fahrbahn oder das Geländer der Brücke im Zuge der Lünertorstraße zu setzen. Das Verbot gilt auch für eine Fläche von je fünf Metern jenseits der Brücke. Hintergrund: In den vergangenen Wochen hatte die Polizei die Auflösung der Ansammlungen, bei denen das Abstandsgebot im Zuge der Corona-Verfügung missachtet worden war, nicht durchsetzen können.

Appelle der Polizei wurden ignoriert

Künftig sollen solche Zusammenkünfte daher schon im Keime erstickt werden, teilt der Landkreis mit: Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden bereits am frühen Abend kontrollieren, bei Bedarf unterstützt durch die Polizei.

In der Vergangenheit seien Appelle der Polizei, die Abstandsregeln zu beachten, von vielen Feierenden ignoriert worden. Auch der Einsatz von Bodycams zeigte keinen Erfolg, zumal manche Betroffene bereits deutlich unter Alkoholeinfluss standen und nicht mehr vernünftig ansprechbar waren. Zwangsmaßnahmen habe die Polizei angesichts der Kräfteverhältnisse nicht durchsetzen können, so der Landkreis in der Allgmeinverfügung weiter. Das wäre auch nicht angemessen gewesen, denn „Erfahrungen aus Stuttgart belegen die Gefahr einer Solidarisierung und Eskalation“, heißt es mit Blick auf die gewalttätigen Ausschreitungen vor einigen Wochen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag in der Landeszeitung.

Die Verfügung des Landkreises können Sie hier als PDF aufrufen.

Von Thomas Mitzlaff