Samstag , 19. September 2020
Markus Ibrom blickt auf seinen Monitor, auf dem Szenen mit Seriensohn „Oskar“laufen. Jetzt suchen er und seine Kollegen einen weiteren Nachwuchsdarsteller. Foto: be

So knapp war die Zeit noch nie

Lüneburg. Sein Job hat ein bisschen was von dem eines Managers bei einem Profi-Fußballclub. Er ist ständig auf der Suche nach geeigneten Neuzugängen, die möglichst viel Talent und vielleicht einen klangvollen Namen haben, in jedem Fall aber zum Rest des Teams passen müssen und dabei nicht zu teuer sein dürfen. Gleichzeitig muss er immer wieder Abgänge verkraften, weil Verträge auslaufen oder sich jemand aus der Stammbesetzung einer neuen Herausforderung stellen will. Aktuell ist Markus Ibrom mitten in der ganz heißen Phase des „Transfermarktes“. Für die Stars, die mit dem Ende der laufenden Staffel der „Roten Rosen“ ausscheiden werden, muss Ersatz her. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Mitte Oktober sollen die ersten Folgen gesendet werden, die Ende August im Lüneburger Studio gedreht werden.

Neun tragende neue Rollen, noch nicht eine ist besetzt

Mit jeder neuen Staffel kommt ein ganzer Schwung neuer Schauspieler, das hat Tradition bei den Rosen. Für neun Rollen, die in den Episoden 3201 bis 3400 die Handlung entscheidend mitbestimmen sollen, sucht die Produktionsfirma gerade neue Gesichter. Nicht ein einziger Neuzugang für diese tragenden Rollen stehe bislang fest, lässt Ibrom, in dessen Aufgabenbereich die Suche fällt, durchblicken. So eng war das Zeitfenster zwischen Entscheidung und Drehstart einer Staffel noch nie, Corona hat auch hier für Verzögerungen gesorgt. Der 35-Jährige aber bleibt zuversichtlich. „Es wird klappen“, sagt er.

Im Zentrum steht stets eine Frau in den besten Jahren, im Branchenjargon auch Haupt-Rose genannt. Claudia Schmutzler ist es aktuell in der Rolle der Astrid Richter. Doch wer wird ihre Nachfolgerin und wie läuft die Suche? Ibrom verdeutlicht: „Wir erstellen in jedem Jahr eine Liste mit Namen. Wir beschäftigen eine professionelle Casterin in Berlin, die für uns da eine Menge Vorarbeit leistet und schon mal Kandidatinnen zusammenstellt, die grundsätzlich finanziell ins Budget passen, ihrerseits auch Interesse und Zeit hätten. Zudem gibt es jedes Jahr eine Runde, in der Produzenten, Producer und die Redaktion mal Namen in die Runde schmeißen kann, über die wir dann diskutieren.“

Eine Handvoll Kandidatinnen noch im Rennen

Manche Namen tauchen durchaus mehrere Jahre hintereinander auf, weil die Schauspielerin zum Beispiel nur denkbar knapp bei der vorangegangenen Auswahl gescheitert war, für die neue Rolle aber bestens passen würde oder weil sie schlicht vorher wegen anderer Engagements dann doch keine Zeit für das knapp einjährige Rosen-Engagement hatte.

Eine Handvoll Kandidatinnen ist für die neue Staffel derzeit noch im Rennen, eine Entscheidung soll nach finalen Castings innerhalb der nächsten zwei Wochen fallen – wohl mit einer Besonderheit, wie Ibrom andeutet, Details aber derzeit noch nicht verraten darf.

Der Rudi Völler der Roten Rosen

Um die wichtigste(n) Personal-entscheidung(en) herum werden dann die anderen final getroffen, auch hier gibt es schon Kandidatenlisten. „Steht alles fest, stehen noch jede Menge Vorab-Termine an: Maskentests, Einkaufsbummel mit den Kostümverantwortlichen, Pressetermin…. Und dann müssen die Darstellerinnen ja auch noch ihr Leben für ein Jahr nach Lüneburg umorganisieren, möglicherweise Kinder hier an der Schule anmelden“, erläutert Ibrom. In diesem Jahr könnte es knapp werden mit diesem Zeitfenster.

Dass er dennoch Gelassenheit ausstrahlt, liegt womöglich auch daran, dass es Ibrom bei seinem Job ähnlich ergeht wie eben auch einem Rudi Völler bei Bayer Leverkusen. Denn der hält ja auch nicht nur dann Ausschau nach Verstärkungen, wenn das Transferfenster gerade geöffnet ist. Ibrom: „Im Grunde ist es auch für uns eine permanente Suche. Schließlich müssen immer wieder auch mal Episodenrollen besetzt werden und da ist es gut, immer was in der Hinterhand zu haben.“

Von Alexander Hempelmann

Darsteller gesucht

Chance für den Nachwuchs

Für eine neue Rolle sucht das TV-Team der Serienwerft einen acht bis zehn Jahre alten Jungen mit dunkler Hautfarbe aus der Region Lüneburg, der fließend Deutsch spricht. Er soll den Sohn eines afrodeutschen Arztes spielen, der in der ARD-Dauerserie am Lüneburger Krankenhaus anheuert. Der Junge selbst ist aber nicht bloßes Beiwerk in der Handlung, zwischen ihm und der kleinen Lilly Berger bahnt sich eine kleine Schwärmerei an. Ein- bis zweimal pro Woche stehen Drehs an, natürlich gibt es dafür auch eine Aufwandsentschädigung. Weil für Kinderdarsteller besondere Auflagen gelten, müssen Schule, Jugendamt, Arzt und Gewerbeaufsichtsamt am Ende grünes Licht geben. Bewerbungen können bis zum 12. Juli an die Adresse casting@rote-rosen.tv geschickt werden.