Donnerstag , 13. August 2020
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, ist gegen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel. Quelle: Sven Hoppe/dpa

Söder, AKK und Walter-Borjans gegen Ende der Maskenpflicht im Handel

Minister in mehreren Bundesländern bringen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel ins Spiel. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans und CSU-Chef Markus Söder halten davon nichts. Damit sind sie auf einer Linie mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die bemängelt, dass immer mehr Menschen ohne Masken unterwegs seien.

Berlin . Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder lehnt ein Ende der Maskenpflicht strikt ab. Man werde die Maskenpflicht auf keinen Fall lockern oder abschaffen, sagte Söder am Montag vor einer Videokonferenz des CSU-Vorstands in München.

Dies sei eines der ganz wenigen Instrumente, wenn es um den Schutz vor dem Coronavirus gehe. In dem Punkt sei man sich auch mit der CDU einig, darüber habe man sich am Morgen noch einmal abgestimmt. Die Maskenpflicht habe sich im Alltag auch bewährt, betonte Söder, die Abschaffung wäre ein Fehler.

Auch Walter-Borjans lehnt Aufhebung ab

Auch der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans lehnt eine Aufhebung ab und liegt damit nach eigener Aussage auf einer Linie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

“Ich habe heute noch mit der Bundeskanzlerin darüber gesprochen, und wir sind uns einig, dass das Maskentragen in Geschäften eine Zumutung ist, aber eine zumutbare Zumutung”, sagte Walter-Borjans am Sonntagabend auf “Bild live”.

Der SPD-Chef sprach sich dafür aus, in der Corona-Pandemie weiter Vorsicht walten zu lassen. „Im Geschäft werde ich eine Maske anziehen. Und wenn das alle tun, haben wir einen großen Teil von Infektionsmöglichkeiten eingedämmt“, sagte Walter-Borjans. Das werde er auch anderen Sozialdemokraten sagen, die zu mehr Lockerungen neigten.

CDU ebenfalls dagegen

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich gegen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Handel ausgesprochen. Er verstehe die Ungeduld, schrieb er bei Twitter. “Aber das Virus ist noch da.”

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schloss ein rasches Ende der Maskenpflicht im Handel ebenfalls aus. Es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs seien, sagte sie am Montag in der letzten Videoschalte der engsten CDU-Spitze vor der Sommerpause nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Da sei es das falsche Signal, die Maskenpflicht aufzuheben. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei weiterhin notwendig und wichtig, damit Deutschland gut durch die Pandemie komme.

Mehrere Bundesländer bringen Abschaffung ins Spiel

Die Debatte über ein baldiges Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel war am Wochenende ins Rollen geraten, nachdem sich Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gegenüber der “Welt am Sonntag” für einen solchen Schritt in seinem Land ausgesprochen hatte.

Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte eine Lockerung favorisiert, seine Aussage später aber relativiert. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich am Sonntag indes Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus.

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung will zunächst an der Maskenpflicht im Handel festhalten. “Das Coronavirus ist noch da und noch gefährlich, das zeigen lokale Ausbrüche”, sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums der “Rheinischen Post”. Gerade die Ferienzeit sei nun entscheidend für eine Beurteilung des weiteren Infektionsgeschehens. Daher wäre die Aufhebung der Maskenpflicht aktuell das falsche Signal.

RND/dpa