Donnerstag , 1. Oktober 2020
Martin Zackariat am Rande der Dehoga-Demo. Mitgebracht hatte er ein Tablett mit der Aufschrift „Tablett leer“. (Foto: Carsten Dauer)

Der einsame Demonstrant aus Lüneburg

Lüneburg/Hannover. Demonstrationen, das sind eigentlich Zusammengehörigkeitsgefühl, gemeinsames Einstehen für eine Sache, Kraft durch Gemeinschaft. Martin Zackariat aber machte sich am Dienstag ganz alleine auf den Weg von Lüneburg in die Landeshauptstadt. Dort machten Hoteliers und Gastronomen auf ihre Belastungen angesichts der Corona-Pandemie aufmerksam – ironischerweise bremste ausgerechnet das Virus die Kundgebung auch aus. Denn nur 300 Teilnehmer waren aus Abstandsgründen an der Marktkirche in Hannover zugelassen.

Alleine gelassen fühlte sich der 1. Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes Lüneburg dann auch auf der Demonstration selbst, zumindest was die Antworten auf die drängendsten Fragen betrifft, die auch ihn als Betreiber der Wassermühle Heiligenthal beschäftigen. Zwar sind die Beschränkungen des Gastgewerbes im Großen und Ganzen wieder aufgehoben, dennoch verzeichnen viele Betriebe laut Dehoga noch unter 50 Prozent der Vorjahresumsätze. „Wirtschaftsminister Althusmann hat zu uns gesprochen, aber er hat nicht gesagt, wann die nächsten Schritte gegangen werden und wie die aussehen“, schildert Martin Zackariat.

Wichtig, Präsenz zu zeigen

Vor allem für Betriebe, die im Schwerpunkt Veranstaltungen und Gesellschaften ausrichten, sei das problematisch. „Es gibt keinen Fingerzeig, wann auch größere Feiern wieder möglich sind“, schildert der Kreisvorsitzende. Anfragen sogar für die nächsten Monate oder das Jahr 2021 könnten somit nur vage beantwortet werden. „Ich habe die Befürchtung, dass die Politik in die Sommerpause geht und wir stecken in der Ungewissheit fest“, so der Chef der Wassermühle. Die Betriebe, aber auch die Gäste benötigten unbedingt wieder Planungssicherheit.

Das gelte auch für viele Detailfragen, betont Martin Zackariat. Beispiel Frühstück in den Hotels: Die werden derzeit in kleinen Platten am Tisch serviert, als Folge bleibe vieles übrig und werde weggeworfen. „Wenn wir Büffet anbieten, sind die Reste deutlich geringer, weil wir immer nachlegen können.“ Doch wann Büffetform wieder zulässig ist, stehe ebenfalls in den Sternen.
Wenig Antworten also, dazu eine lange Anfahrt in die Landeshauptstadt – doch es war wichtig, Präsenz zu zeigen, sieht Zackariat seine Demo-Teilnahme dennoch als Erfolg. „Denn wir müssen doch einfach zeigen, dass es uns mit unseren Anliegen auch noch gibt“.

Von Thomas Mitzlaff