Mittwoch , 28. Oktober 2020
Alexander Jaschik macht Amelie in seiner Rolle als Carsten Witte ständig Avancen, die sie aber nicht erwidert. Foto: be

Das 80-Prozent-Kompliment

Lüneburg. Zu sehen war er bislang noch nicht, doch sein Handeln hat schon vor der Corona-Pause für einiges Aufsehen gesorgt bei den Roten Rosen. Mal waren es Blumen, bei denen unklar war, wer sie schickte, mal Anrufe, bei denen sich dann aber doch niemand meldete. Sie galten stets Amelie, der hübschen Hotelchefin des „Drei Könige“. Die, so viel stand fest, als es in die erzwungene Pause der aktuellen Staffel ging, hat einen heimlichen Verehrer.

Anders als es zunächst schien, steckt eben nicht Torben Lichtenhagen hinter den anonymen Avancen, sondern ein Stammgast des Hotels, der, wenn nun die neuen Folgen fortgesetzt werden, auch auf dem Bildschirm zu sehen sein wird.

Alexander Jaschik spielt die Rolle des Carsten Witte, der sich in die erfolgreiche Unternehmerin verguckt hat, ihr seine Gefühle aber zumindest anfangs nicht offen zeigt. Stattdessen umgarnt er sie mit allerlei Geschenken und Briefen, stellt ihr außerdem heimlich nach. „Ich wollte immer schon mal einen typischen Psycho spielen“, verrät Jaschik. Bei den Rosen hat der Wahl-Berliner nun Gelegenheit dazu. Dass die Wahl bei der Besetzung des Stalkers auf ihn fiel, obwohl er sich im Grunde gar nicht beworben hatte, kann auf zwei Arten gedeutet werden: Entweder, die Verantwortlichen wissen um sein schauspielerisches Talent oder sie sehen in ihm rein optisch einen Typen, der den zwielichtigen Psycho gut verkörpern kann. Jaschik weiß darum, er lacht und sagt: „Ich betrachte es mal zu 80 Prozent als Kompliment, dass sie mich ausgewählt haben.“

„Ich wollte immer schon mal einen typischen Psycho spielen.“ – Alexander Jaschik, Schauspieler

Ein Freund, der Schauspielcoach ist, habe ihn in Lüneburg empfohlen. Die Schauspielerei ist sein erlernter Beruf, dabei für ihn aber längst nur ein Standbein neben anderen. „Ich komme vom Theater, habe in Osnabrück, Hamburg, Berlin, Karlsruhe und Erlangen gespielt“, sagt der Vater zweier Kinder (3 und 6 Jahre). Im Fernsehen hatte er unter anderem Rollen bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und in den Filmen „Solo für Weiss“ und „Dead Man Working“. Darüber hinaus ist der 41-Jährige Schauspielcoach, Synchronsprecher, macht Hörbücher, produziert Werbung und ist als Seminarschauspieler bei Kommunikationstrainings tätig. Die Vielfalt sei dabei nicht etwa mangels Job­angeboten aus der Not geboren, sondern bewusst gewählt: „Ich wollte einfach verschiedene Sachen ausprobieren.“

„Mit Liebesszenen zum Beispiel tue ich mich schwerer.“

Nun also wieder das Kerngeschäft. „Seit wir nach der Zwangspause wieder drehen, bin ich in der Rolle dabei“, erzählt der in Hamburg aufgewachsene Akteur. Den „Psycho“ zu spielen, sei dabei für ihn aber sogar leichter als andere, eher alltägliche Rollen. „Mit Liebesszenen zum Beispiel tue ich mich schwerer, da muss ich deutlich stärker an mir arbeiten.“ Seine Figur bei den Rosen skizziert er so: „Zu zwei Dritteln ist der Carsten Witte ja äußerst sympathisch, aber dieses eine Drittel, da lebt er eben in seiner ganz eigenen Realität. Im Verlauf der nächsten Folgen steigert sich die Beziehung zu Amelie hin zu einem echten Showdown.“

Der Rosen-Psycho bleibt für ihn eine Episodenrolle, gleich danach geht es für Alexander Jaschik wieder beim Theater weiter, in Potsdam spielt er in einem Brecht- und in einem Molière-Stück mit. Und auch die nächsten Aufgaben als Synchronsprecher warten schon. Die Rosen-Fans können ihn aber zunächst mal in der Rolle des Stalkers sehen, am 6. Juli beginnt seine Bildschirmpräsenz. Bleibt die Frage, ob seine Kinder auch mal reinschauen dürfen? Jaschik ist skeptisch, für die sei das wohl noch nichts. „Der Fünfjährigen habe ich aber erzählt, dass ich jetzt einen bösen Mann spiele.“

Best of und Open-Air

Zwei Specials vor dem Restart

Die Zeit der Wiederholungen, notwendig geworden durch die mehrwöchige Corona-Drehpause, ist bald vorbei. Bevor die Rosen beim „Restart“ am 6. Juli wieder mit frischen Folgen auf den Bildschirm zurückkehren, gibt es am kommenden Freitag, 3. Juli, ab 14.10 Uhr das Special „Astrid und Alex – eine Liebe in Turbulenzen“. Darin wird gezeigt, was in der Staffel bisher geschah.

Die Folge 3131, mit der die aktuelle Staffel fortgesetzt wird, können bis zu 250 Lüneburger vor allen anderen sehen. Sie wird am Donnerstag, 2. Juli, innerhalb der Veranstaltungsreihe Lüneburger Kultursommer auf den Sülz­wiesen gezeigt. Vor Ort mit dabei sind die Darsteller Philipp Oliver Baumgarten, Katrin Ingendoh, Marco Valero und Clara Apel sowie als Moderator „Käse Werner“ (Dirk Hartkopf).

Ausgestrahlt wird sie ab 19.20 Uhr, vorab gibt es eine kleine Talkrunde. Einlass ist ab 18 Uhr, es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Der Ton wird über Kopfhörer zu hören sein, die vor Ort kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Auch der Eintritt ist frei. Das Team der Rosen überträgt einen Teil der Veranstaltung auch auf seinem Instagram-Kanal.

Von Alexander Hempelmann