Sonntag , 20. September 2020
Zwei Mehrfamilienwohnhäuser sollen am Ochtmisser Kirchsteig Ecke Schomakerstraße entstehen. (Grafik: Dimke Bauart GmbH)

Neue Pläne sorgen für Entspannung

Lüneburg. Das Bauvorhaben an der Ecke Schomakerstraße/Ochtmisser Kirchsteig scheint nun wohl doch einen guten Anlauf zu nehmen. Bei einem erneuten Treffen von Anwohnern mit Bauherrn und Architekt wurde deutlich, dass anfängliche Probleme weitgehend aus dem Weg geräumt werden konnten. Nun wartet der Investor auf grünes Licht von der Stadt.

„Das sieht alles gut aus“, befand Andreas Meihsies bei dem Treffen. Der frühere Lüneburger Bürgermeister wohnt selbst unweit des Projekts, das bei Bekanntwerden Anliegern die Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Denn auf dem Gelände befindet sich ein früherer Bunker, der zum Teil verschwinden, zum Teil als Tiefgarage genutzt werden sollte. Die Befürchtung der Anrainer: In dem Senkungsgebiet könnten sich die damit verbundenen Erdarbeiten nachteilig auf benachbarte Häuser und Grundstücke auswirken (LZ berichtete).

„Eine Tiefgarage wird es nicht mehr geben“, erklärte Bauherr Felix Dimke bei dem Treffen. Lediglich Teile des Bunkers würden für die Schaffung des Fundaments abgetragen, der Rest mit Sand verfüllt. „Die Arbeiten werden von Fachfirmen durchgeführt“, versicherte Dimke. Architekt Wolfgang Dimke ergänzte, dass man sich der besonderen Situation bewusst sei und behutsam vorgehen werde. Er verwies dabei auf Erfahrungen mit anderen Bauvorhaben im Bereich des Senkungsgebiets.

Auch die Errichtung eines dritten Gebäudes auf dem Grundstück sei vom Tisch. Dort sind laut Plan jetzt Stellplätze für die 16 bis 18 Wohneinheiten vorgesehen, die in zwei zweigeschossigen Mehrfamilienwohnhäusern mit Staffelgeschoss entstehen sollen.

Bei dem Treffen anwesende Anwohner zeigten sich erleichtert, erklärten aber auch, dass sie vor Beginn etwaiger Bauarbeiten ein umfangreiches Beweissicherungsverfahren erwarteten, um auftretende Schäden nicht nur im direkten Umfeld der Baustelle dokumentieren zu können. Zu den Stellplätzen äußerten sie zudem die Erwartung, dass diese in ausreichendem Abstand zu ihren Grundstücken errichtet werden. „Die Belastungen für die Nachbarn sollten so gering wie möglich sein“, sagte Anwohner Roland Peipe.

„Wir möchten so wenig Stellplätze wie möglich errichten“, machte Bauherr Felix Dimke deutlich. Dies könne etwa durch Car-Sharing und Stadt-Rad-Angebote kompensiert werden.

Möglichen Beeinträchtigungen der Grundwasserströme soll durch Drainagen begegnet werden, erklärte Architekt Wolfgang Dimke. Dies sei aber im Einzelnen mit der Bauverwaltung der Stadt abzustimmen.

Die Verwaltung hatte die Nachbarn Mitte Mai schriftlich über das Vorhaben informiert und ihnen im Rahmen der laufenden Bauvoranfrage Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. „Mit einem Ergebnis rechnen wir in zwei bis drei Wochen“, sagte Architekt Wolfgang Dimke.

Auch informierte er, dass der Erwerb des Grundstücks bevorstehe. Dort stehen derzeit noch zwei bewohnte Wohnhäuser, die für das Neubauvorhaben weichen müssten.

Von Ulf Stüwe