Mittwoch , 30. September 2020
Viele Betriebe holen nach und nach ihre Bediensteten aus dem Homeoffice zurück.

Zurück aus dem Homeoffice

Lüneburg. Der Covid-19-Erreger scheint auf dem Rückzug zu sein, Vorsicht und Abstand bleiben aber das Gebot der Stunde. Viele Betriebe holen nach und nach ihre Bediensteten aus dem Homeoffice zurück. Doch was ist Vorschrift, was ist Empfehlung, um das Infektionsrisiko weiterhin zu minimieren? In vielen Firmen herrsche da Unsicherheit, beschreibt Wiebke Krohn vom Arbeitgeberverband (AV) Lüneburg-Nordostniedersachsen die aktuelle Situation. Kreativität sei derzeit gefragt.

Davon beweist ein Höchstmaß das Theater Lüneburg. Auch hier plant man derzeit die schrittweise Rückkehr der Mitarbeiter. Für ein Haus, in dem der Kontakt vieler Menschen zum Alltagsgeschäft gehört, eine komplexe Aufgabe. „Das Desinfizieren der Hände wie auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist obligatorisch“, erklärt Volker Degen-Feldmann, der mit Intendant Hajo Fouquet das Leitungsteam des Theaters bildet. In enger Abstimmung mit dem Bühnenverein habe man ein Hygienekonzept für den Publikumsverkehr entwickelt. Denn wenn am 4. September der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, muss auch im Zuschauerraum ein Abstand von anderthalb Metern gewährleistet sein.

Webinar als Hilfestellung

Antworten auf Fragen, wie sich Schichtpläne sinnvoll verändern oder Schichtübergaben entzerren lassen, erläutern Wiebke Krohn und der Jurist Axel Gasché vom Arbeitgeberverband Lüneburg am 26. Juni und 2. Juli in einem zweistufigen Webinar jeweils von 11 bis 12.30 Uhr. Anmelden können sich Unternehmensvertreter unter www.arbeitgeberverbandlueneburg.de.

Ideenreichtum ist gefragt, in jedem Betrieb sind die räumlichen Voraussetzungen anders und konkrete behördliche Vorgaben gibt es kaum. „Wir haben es bislang überwiegend mit Handlungsempfehlungen zu tun, es fehlen allerdings allgemeingültige Richtlinien zur Orientierung“, bestätigt Wiebke Krohn. Neben dem Desinfizieren der Hände und Tragen eines Gesichtsschutzes sollten Betriebe daher individuell abwägen, welche Maßnahmen zum Einhalten der Abstandsregeln notwendig sind. So hat das Bundesarbeitsministerium einen grundsätzlichen Katalog für Schutzstandards auf seiner Homepage veröffentlicht.

Gefragt sei jetzt aber vor allem Ideenreichtum bei Arbeitgebern und Beschäftigten, so die AV-Mitarbeiterin. „Es hat sich gezeigt, dass beim Arbeiten im Homeoffice vor allem das soziale Miteinander vermisst wurde“, weiß Krohn. Folglich sollten auch unkonventionelle Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden, um einen geschützten Kontakt mit den Kollegen zu ermöglichen. „Bei diesem guten Wetter können zum Beispiel Arbeitsplätze in den Außenbereich verlegt oder Stühle nach draußen gestellt werden, um mit entsprechendem Abstand die Pause gemeinsam zu verbringen.“

Im Lüneburger Theater werden derweil beim Saisonstart im September nur noch maximal 150 Besucher die 540 Plätze füllen. In vier Gruppen werden diese vor jeder Vorstellung in den Zuschauerraum und im Anschluss wieder hinausbegleitet. Zwischen den Vorstellungen sind umfassende Hygienemaßnahmen angesagt, darunter das Reinigen der Toiletten und sämtlicher Oberflächen, mit denen die Besucher in Berührung kommen könnten. Eine Mammutaufgabe, die aber notwendig ist, um Kultur für die Lüneburger zumindest in kleinerem Rahmen wieder erlebbar zu machen.

Von Thomas Mitzlaff