Donnerstag , 1. Oktober 2020
Sie ist längst im Einsatz und soll Infektionswege schnell nachvollziehbar machen: die Corona-App. (Foto: t&w)

Reaktionen auf die Corona-App: „Sie bietet eine gute Orientierung“

Lüneburg. Für Lüneburgs Krankenhauschef Dr. Michael Moormann ist die Sache klar: „Ich habe sie und ich nutze sie“ – die Corona-Warn-App. Der Geschäftsführer des Städtischen Klinikums befindet sich dabei in guter Gesellschaft: Bei den Lüneburgern stößt das im Auftrag der Bundesregierung entwickelte Angebot für Smartphones auf große Resonanz. Rund acht Millionen Menschen haben bundesweit die App seit Dienstag heruntergeladen. Damit die Corona-Warn-App in Deutschland auch belastbare Ergebnisse zeigt, müssen möglichst viele Menschen die App nutzen. Demnach könnte die Ausbreitung einer Pandemie gestoppt werden, wenn eine solche App von rund 60 Prozent der Bevölkerung genutzt wird. Geringere Nutzerzahlen hätten nach Einschätzung von Experten aber ebenfalls eine positive Auswirkung auf die Fallzahlen.

Dr. Michael Moormann (Foto: t&w)

„So lange es keine große Lösung gibt wie ein Medikament oder einen Impfstoff gegen das Virus, brauchen wir viele kleine Lösungen wie Abstand, Mundschutz, Händedesinfektion und die App“, betont Michael Moormann: „Sie kann einen Beitrag dazu leisten, die Infektionsketten zu durchbrechen und eine zweite Welle zu verhindern.“

Dauerthema Datenschutz

Auch der Leiter der Lüneburger Polizeiinspektion, Jens Eggerglüß, hat die Corona-Warn-App auf seinem Handy installiert: „Ich persönlich finde es wichtig und richtig, unter hoher Beachtung des Datenschutzes und der Privatsphäre auch technische Möglichkeiten zu nutzen, um mögliche Infektionsketten schnell zu erkennen und zu durchbrechen“, erklärt er. „Mit meinem Smartphone als Warnsystem trage ich und hoffentlich viele andere dazu bei, uns und unsere Mitmenschen zu schützen.“

Jens Eggersglüß (Foto: Archiv)

Der Datenschutz war bei der Diskussion um eine Installation der App immer ein Thema. Doch Experten sind sich einig: Über diverse andere Apps wie Facebook, WhatsApp oder GoogleMaps, die als Datenkraken gelten, verrät der Nutzer deutlich mehr über sich, während die Warn-App keine persönlichen Daten abfragt. Auch der Chaos Computer Club bewertet die App als sicher: „Was wir jetzt haben: dezentral, datensparsam – das minimiert das Risiko für die Nutzer“, sagte Sprecher Linus Neumann im Livestream der Tagesschau.

Auch Lüneburgs Landrat Jens Böther ist voll des Lobes für die neue Warn-App: „Ich habe sie mir heruntergeladen und mich genauer damit befasst. Direkt mit dem Öffnen erhält man hilfreiche Infos darüber, wie die App funktioniert, auch der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle.“ Die weitere Einrichtung sei unkompliziert und schnell umsetzbar. „Insgesamt finde ich die Warn-App sehr sinnvoll, übersichtlich und leicht zu bedienen.“

Dr. Marion Wunderlich (Foto: t&w)

Nahezu alle Infektionsketten ließen sich zurückverfolgen

Der Landkreis Lüneburg habe in den vergangenen Monaten nahezu alle Infektionsketten lückenlos zurückverfolgen können, erklärt Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Lüneburger Gesundheitsamtes. „Zusätzlich ist die App eine sinnvolle Unterstützung zur allgemeinen Verfolgung der Infektionsketten und zur Gewinnung epidemiologischer Daten.“ Gerade in der Nachschau werde es interessant sein, die generierten Daten zu analysieren und Erkenntnisse über Ausbreitungswege und Infektionsketten zu gewinnen, so Wunderlich. „Nicht zuletzt bietet die App den Bürgern Orientierung und mehr Sicherheit.“

Von wesentlicher Bedeutung blieben aber auch weiterhin das Diagnosezentrum und das Bürgertelefon im Landkreis Lüneburg. „Sie sind der Grund dafür, dass wir die Corona-Lage aktuell im Griff haben und sie sind gleichzeitig das Rückgrat unserer Versorgung“, betont Wunderlich.

 

  • Das Bürgertelefon zum Coronavirus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.

Von Thomas Mitzlaff