Sonntag , 27. September 2020
Zwei Stühle und eine Feuerstelle blieben zurück: Unbekannte machten sich an der Ilmenau ein paar gemütliche Stunden und kümmerten sich dann nicht mehr um ihre Möbel sowie die Asche. (Foto: miz)

Die Spuren falscher Naturfreunde

Lüneburg. Zwei Stühle und die abgebrannte Feuerstelle lassen keinen Zweifel: Hier hat jemand ein paar gemütliche Stunden verbracht. Gerade in Corona-Zeiten zieht es die Menschen raus in die Natur, besonders beliebt ist da die Ilmenau.

Aber offenbar gibt es noch zahlreiche andere Zeitgenossen, die die Vorzüge der Landschaft zwar genießen, sie aber dennoch ungeniert einsauen – und zum Beispiel sogar ihr mitgebrachtes Mobiliar einfach zurücklassen. Der Streifen entlang der Ilmenau zwischen Teufelsbrücke und Roter Schleuse entwickelt sich dabei seit einigen Wochen immer mehr zu einer Problemzone. Jetzt ergreifen Stadt und Landkreis Lüneburg als Konsequenz daraus entsprechende Maßnahmen.

Denn im Naturschutzgebiet „Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten“ darf das Ufer nur an ausgewiesenen Stellen betreten werden. So gibt es zwischen der Amselbrücke in Wilschenbruch und Deutsch Evern Plätze an der Roten Schleuse, an der Teufelsbrücke und der Loreley. „An allen anderen Stellen hat die Natur Vorrang“, betont Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Lüneburg. Er fordert dazu auf, „unbedingt zu respektieren, dass es auch geschützte Ruhezonen ausschließlich für Tiere und Pflanzen gibt“. Doch derzeit werden diese „Sperrzonen“ häufig ignoriert. Dort, wo extensiv genutzte Weiden und andere wertvolle Flächen deutlich als Tabuzone gekennzeichnet sind, zeigen sich unschöne Hinterlassenschaften. „Wir finden dort Müll, beschmierte Bäume und Feuerstellen. Hinweisschilder werden zerstört oder geklaut, Flächen niedergetrampelt“, schildert Bartscht. „In einem Naturschutzgebiet kann man nicht einfach seinen Lieblingsplatz frei wählen – auch geschützte Arten haben Anspruch auf ihren Lebensraum.“

Um die Bereiche besser schützen zu können, haben Landkreis und Hansestadt Lüneburg einen höheren Zaun und neue Schilder aufgestellt. Zusätzlich soll im Herbst eine Bepflanzung für mehr Abgrenzung sorgen. Außerdem sind weiterhin zwei Landschaftswarte in der Gegend unterwegs. „Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Bei Zerstörung und Diebstahl erstatten wir Anzeige“, sagt der Fachdienstleiter.

Von Thomas Mitzlaff