Montag , 28. September 2020
Thomas Freese, Vorarbeiter des Artlenburger Deichverbands, blickt auf das Bodenpiktogramm „Achtung Schafe“. (Foto: ADV)

Kleine Hinweise für Deichhelden

Winsen/Hohnstorf. Kleine schwarze Schafe zeigen seit Kurzem, wie es richtig geht: Sie heben den Müll auf, fahren langsam und vorsichtig mit dem Rad und nehmen den Hund selbstverständlich an die Leine. Die wolligen Gesellen demonstrieren an Elbe und an Ilmenau, wie sich echte Deichhelden verhalten – und mahnen zu Umsicht und Rücksichtnahme. Die Schäfchen sind die Symbolfiguren auf großen Hinweistafeln, die der Landkreis Harburg im Rahmen eines LEADER-Projekts aufgestellt hat. Sie sollen ebenso wie im Rahmen des Projekts angebrachte Bodenpiktogramme Konflikte minimieren und Radfahrer auf den Deichverteidigungswegen sensibilisieren. Darauf weist der Landkreis Harburg in einer Pressemitteilung hin.

Hintergrund des Projektes ist, dass die Kreise Harburg und Lüneburg Teile der Deichverteidigungswege an der Elbe und an der Ilmenau, die im Eigentum des Artlenburger Deichverbandes (ADV) sind, als Radrouten ausweisen. Diese Strecken des Elbe-Radwegs und des Ilmenau-Radwegs werden zudem gern von Fußgängern genutzt. Doch weiterhin gilt: Auf Deichverteidigungswegen haben Fahrzeuge des Deichverbandes und Schafe der Deichschäfereien, die das Gras kurzhalten und den Boden festtreten, grundsätzlich Vorrang. Schließlich hat die Deichsicherung Priorität.
Das ist allerdings vielen nicht bekannt, und so kommt es besonders in der Radfahrsaison fast täglich zu Konflikten. Oft glauben Radfahrer, sie hätten Vorrang, wenn sie auf eine Schafherde oder einen großen Hangschlepper des Deichverbandes treffen. Zudem nutzen viele den Elbe-Radweg als „Rennstrecke“. Einige Radfahrer haben den ADV sogar schon angezeigt, weil sie sich in ihrer Durchfahrt verzögert fühlten.

Um Konflikten vorzubeugen, wurden die Deichverteidigungswege daher mit Verhaltensregeln „ausgestattet“. 36 Hinweistafeln erklären an Elbe- und Ilmenaudeich den Freizeitnutzern der Verteidigungswege einfach und positiv die rechtliche Situation und das richtige Verhalten. Die Tafeln stehen an markanten Punkten wie Auffahrten zu den Deichverteidigungswegen, Wegekreuzungen, Schutzhütten und Spielplätzen.

Wer vor allem nach unten guckt, wird mit 44 blauen Bodenpiktogrammen in der Art von Gebotszeichen im Straßenverkehr sensibilisiert. Ein weißes Schaf und ein Deich-Unterhaltungsfahrzeug zeigen, wer Vorrang hat, ein angeleinter Hund macht auf die Leinenpflicht aufmerksam. Die Piktogramme wurden ebenfalls an markanten Punkten wie Auffahrten zu den Deichverteidigungswegen und Wegekreuzungen angebracht.

Der Landkreis Harburg hat das Projekt federführend umgesetzt. In die Abstimmung zu den Inhalten, der Gestaltung und den Standorten der Hinweistafeln und Bodenpiktogramme waren neben dem Artlenburger Deichverband der Landkreis Lüneburg, die Stadt Winsen (Luhe) sowie die Samtgemeinden Elbmarsch und Bardowick eingebunden. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 19 000 Euro, davon trägt die Europäische Union über das Programm LEADER knapp 9350 Euro, den Rest zahlen die Kreise Harburg und Lüneburg. lz