So kennen es Millionen Fernsehzuschauer aus der Serie „Rote Rosen“: Das Hotel Bergström kommt nach der Corona-Krise nur langsam wieder in Gang. Foto: t&w

„Wir kämpfen uns gerade zurück“

Lüneburg. Als „Hotel Drei Könige“ ist es einem Millionen-Publikum bekannt und gilt als eine der beliebtesten Lüneburger Touristen-Unterkünfte. Doch wer die wiedergewonnene Reisefreiheit nach Lockerung der Corona-Beschränkungen für einen Städte-Trip in die Salzstadt nutzen will, bekommt in Lüneburgs Rote-Rosen-Hotel am Telefon nur eine Bandansage: „Aufgrund der aktuellen Situation können wir Ihren Anruf derzeit leider nicht entgegennehmen“ – im Bergström, wie das „Hotel Drei Könige“ außerhalb der TV-Scheinwelt heißt, dauert die Rückkehr in den Alltag offenbar deutlich länger als in den anderen Lüneburger Unterkünften.

Keine Touristen: Der Umsatz ging gegen Null

„Wir fahren den Betrieb aktuell vorsichtig wieder hoch“, erklärt Sven Lejeune, Sprecher der Dormero Hotel-Gruppe, zu der auch das Bergström gehört. Zwar sei die Einrichtung auch in den Corona-Hochwochen nie geschlossen gewesen, „aber der Umstand, dass wir keine Touristen mehr empfangen durften, haben unseren Umsatz gen Null gebracht.“ Von einem Tag auf den anderen fanden plötzlich keinerlei Veranstaltungen, Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten statt, daher mussten wir schweren Herzens den Weg in die Kurzarbeit gehen“, erklärt der PR-Manager.

Und der Weg daraus ist auch für die Gäste steinig. Über die Tourist-Information können sie das Rosen-Hotel auch nicht buchen, also bleibt nur der Versuch per E-Mail, den gerade das ältere Publikum schon mal scheut. „Wir kämpfen uns gerade zurück zu unserem bekannten Service“, bittet Sven Lejeune alle Gäste um mehr Verständnis. Selbstverständlich würden die Mitarbeiter zurückrufen, wenn dieser Wunsch per Mail geäußert werde.

Dienstagabend kam dann ein Anruf

Geschlossen ist aktuell auch ein beliebtes Ausflugsziel, das ebenfalls zum Bergström gehört: Wer in diesen sonnigen Tagen das Forsthaus Rote Schleuse aufsucht, muss unverrichteter Dinge wieder abziehen. Das wirft Fragen auf, wie für Luise Reinhardt-Drischler.

Am LZ-Lesertelefon schildert die Vorsitzende des Bundes der Ehemaligen der Wilhelm-Raabe-Schule, dass sie wochenlang vergeblich herauszufinden versuchte, ob ein von ihr angemeldetes Sommertreffen am 24. Juni denn nun stattfinden könne. Dienstagabend dann ein Anruf: Alle Veranstaltungen würden abgesagt. Die Lüneburgerin hat dafür Verständnis, kritisiert aber das Krisenmanagement des Bergström: „Der Umgang mit uns Kunden ist wirklich unterirdisch.“

Das Sommertreffen des Bundes der Ehemaligen findet nun aber dennoch am 24. Juni statt: Als Ausweichort wurde schließlich das Vereinsheim „Vitallissimo“ des MTV Treubund an der Uelzener Straße gefunden. Beginn ist an dem Tag um 15.30 Uhr.

Von Thomas Mitzlaff