Samstag , 26. September 2020
Mit einem deutlichen Ergebnis siegte der Lüneburger Luftsportverein um Richard Meier (M.) beim Bürgerentscheid am 14. Juni. Nun steht ein "Runder Tisch" mit der Verwaltung an. Foto: t&w

Stadt stimmt Rundem Tisch der Flieger zu

Lüneburg. Nach dem eindeutigen Votum der Lüneburger für den Erhalt des Flugplatzes ergreift die Stadt die ausgestreckte Hand der Flieger und stimmt einem „Runden Tisch“ noch vor den eigentlichen Pachtverhandlungen zu. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins, nach dem Sieg der Flieger im Bürgerentscheid unterbreitet.

„Wir wollen uns mit dem LVL, der Bürgerinitiative gegen Fluglärm, allen Ratsfraktionen und dem Landkreis zusammensetzen, um über die jeweiligen Wünsche und Befürchtungen zu sprechen“, teilte Oberbürgermeister Ulrich Mädge mit. Die BI hatten die Flieger allerdings nicht als Teilnehmer des Runden Tisches, der zeitnah stattfinden soll, genannt. Zum Ausgang des Bürgerentscheids selbst sagte Mädge auf Nachfrage der LZ nur: „Kein Kommentar.“

„Der Frust hat sich hier deutlich entladen.“ – Ulrich Blanck (Grüne)

Dagegen zog Ulrich Blanck, der Fraktionschef der Grünen, auf der Mitgliederversammlung seiner Partei am Mittwochabend ein Resümee: „Das war eine Stimmungsgeschichte – auch gegen den Oberbürgermeister“, Fakten hätten kaum eine Rolle gespielt. „Da haben viele ihre Entscheidung am OB festgemacht. Der Frust hat sich hier deutlich entladen.“ Die Bürger hätten sich Luft machen wollen.

Aktuell sei man nun in einer Situation, „wie man den Bürger-entscheid ernst nimmt“, signalisierte Blanck Entgegenkommen. Für Blanck geht es jetzt darum, „eine so realistische Pacht wie möglich zu finden“. Die von Oberbürgermeister Ulrich Mädge in den vergangenen Wochen genannte Erhöhung um das Zehnfache auf 150 000 Euro sei „nicht sinnhaft zu vermitteln“. Letztlich sei es der Rat, in dem es eine Mehrheit für den neuen Vertrag geben müsse.

Mädge kommentiert Ausgang des Bürgerentscheids nicht

Geht es nach der FDP-Fraktion im Stadtrat, könnte die Zukunft des Sonderlandeplatzes in der Vergangenheit liegen. Fraktionschef Frank Soldan kündigte gestern an, in der nächsten Ratssitzung zu beantragen, dass der „Bebauungsplan 83 endlich rechtsgültig“ werden.

Mit diesem hatte der Rat 1992 das Areal als Flugplatz festgezurrt, mit dem entscheidenden Haken, dass dieser B-Plan nie Rechtskraft erlangte. Denn der Plan wurde zwar beschlossen, aber nie von der damals zuständigen Bezirksregierung unterschrieben und auch nicht im Amtsblatt veröffentlicht (LZ berichtete).

Würde der vor 28 Jahren vom Lüneburger Rat abgesegnete Bebauungsplan nun – wie von der FDP-Fraktion gefordert – rechtskräftig, stünden die Hallen zum Unterstellen von Motor- und Segelflugzeugen, der Tower, Reparaturwerkstätten und Tankstellen auf juristisch sicherem Grund. jz/mr