Samstag , 26. September 2020
Die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Sozialpädagogik (BBS III) arbeiten mit dem E-Paper der Landeszeitung. (Foto: phs)

Zeitung per App im Unterricht

Lüneburg. Fast wäre die 13. Runde des Projekts „Zeitungsleser-Weltentdecker“ dem Coronavirus vollständig zum Opfer gefallen. Denn zum einen waren die Schüler lange Zeit gar nicht und anschließend nur in halber Gruppengröße in der Schule. Und zum anderen fiel das entsprechende Uni-Seminar in diesem Semester aus. Doch an der Berufsbildenden Schule (BBS) III und der Oberschule Oedeme wurden Wege gefunden.

Das Projekt gibt es seit dem Jahr 2007

Das Projekt „Zeitungsleser-Weltentdecker“ wurde 2007 von der Landeszeitung, der Leuphana und dem „Netzwerk Leseförderung“ ins Leben gerufen. Es soll bei Jugendlichen die Lust am Lesen wecken und ihnen die Tageszeitung als Medium näherbringen. Dafür bekommen die teilnehmenden Klassen sechs Wochen lang kostenlos die gedruckte Landeszeitung zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig können Studenten an der Uni ein begleitendes Seminar belegen und während des Projektzeitraums einmal in der Woche in einer Deutsch-Doppelstunde mit den Schülern und der LZ arbeiten.

Wegen des Coronavirus war die Durchführung des Projekts in dieser Form nicht möglich, weshalb die meisten Schulen ihre Anmeldung wieder zurückgezogen haben. Nicht so Wolfgang Renz von der BBS III und Myriam Lux von der Oberschule Oedeme.

Förderung der Medienkompetenz

„Mir war sofort klar, dass ich das trotz Corona machen möchte“, meint Renz, „aber ich wusste auch: Die gedruckte Zeitung würde meistens ungelesen im Altpapier landen, weil die Schüler ja nur in kleinen Gruppen anwesend sein können.“ Deshalb entschied er sich dazu, das Projekt mit dem E-Paper durchzuführen.

Nicht nur ist es so möglich, dass alle Schüler, ob in der Schule oder zu Hause, täglich mit der LZ arbeiten können. Die digitale Ausgabe sei zudem „das Medium meiner Schüler, damit können sie umgehen“, weiß der Lehrer. Einmal in der Woche beschäftigt er sich mit einer Klasse der Fachschule Sozialpädagogik mit Inhalten, Textformen und Bildern der Landeszeitung. Auch Themen wie Pressefreiheit oder die Funktion von Massenmedien habe er bereits bearbeitet. „Die Förderung der Medienkompetenz meiner Schüler ist mir gerade in diesen Zeiten ein großes Anliegen“, betont Renz.

Aufgabenstellungen und Material liefert die Universität

Auch Myriam Lux, Lehrerin an der Oberschule Oedeme, hat einen Weg gefunden, um mit ihrer achten Hauptschulklasse mit der Landeszeitung zu arbeiten. Sie bekommt zwar die gedruckte Zeitung in die Klasse, jeder Schüler darf aber ein Exemplar mit nach Hause nehmen. „So können die Schüler im Homelearning mit der Ausgabe von der letzten Woche arbeiten, in der nächsten bekommen sie dann eine neue“, erklärt Lux. Aufgabenstellungen und Material bekommen die beiden Lehrkräfte von der Universität online zur Verfügung gestellt.

Bei den beiden Klassen stößt das Projekt auf große Begeisterung. „Meine Schüler haben viel Freude daran, mit der LZ zu arbeiten. Für viele ist es das erste Mal, überhaupt eine Zeitung in der Hand zu haben“, sagt Myriam Lux.

Die Klasse der BBS III sieht vor allem in der Nutzung des E-Papers viele Vorteile. „Ich fahre viel Zug und kann Dank der App die Landeszeitung auch unterwegs lesen. Damit begrenzt sich das Projekt nicht nur auf den Unterricht, das finde ich super“, erklärt eine Schülerin. Vor allem in der Corona-Zeit habe der lokale Teil der LZ für sie eine besondere Bedeutung. „Es ist gut, das Geschehen aus einer seriösen Quelle verfolgen zu können.“

Von Lilly von Consbruch

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