In etwas mehr als drei Jahren könnte der Zug zwischen Lüneburg und Lübeck auch wieder in Adendorf Station machen. Foto: A/t&w

Haltepunkt kommt, aber es wird noch später

Adendorf. Mit der Bahn in wenigen Minuten nach Lüneburg – der Traum vieler Adendorfer, dass der Zug nach mehr als 40 Jahren Pause auch wieder in ihrem Ort hält, bleibt bestehen. Aber die Verwirklichung rückt wieder ein Stückchen weiter in die Ferne: Einen Baustart zu Beginn des Jahres 2023 sieht Bürgermeister Thomas Maack (SPD) jetzt als realistisch. Etwa ein dreiviertel Jahr dürften die Arbeiten dann dauern – „wenn alles gut läuft“.

Schon mehrfach musste der Zeitplan für die Verwirklichung des Projekts nach hinten verschoben werden. Für die erneute Verzögerung ist der Wechsel des Planungsbüros, aber auch die Corona-Pandemie verantwortlich, die vorgesehene Planungstreffen unmöglich machte, erklärt Maack. Zuletzt habe eine Sitzung des Planungsteams, in dem unter anderen die Gemeinde, die Landesnahverkehrsgesellschaft, die Planer, die Deutsche Bahn Station&Service, die Deutsche Bahn Netz vertreten sind, per Videokonferenz stattgefunden.

Projekt musste schon mehrfach verschoben werden

Entstehen soll der künftige Bahnhaltepunkt in der Nähe des ehemaligen Adendorfer Bahnhofs, wo im Jahr 1979 zum letzten Mal ein Personenzug Fahrgäste ein- und aussteigen ließ. 140 Meter lang soll der Bahnsteig werden, geplant sind außerdem ein Wetterschutzhäuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger sowie Wegeleit- und Informationssysteme.

Nur wenige PKW-Abstellplätze sollen am künftigen Bahnhaltepunkt entstehen, „zwei, drei höchstens“, so Maack. Dafür aber umso mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder – als Fahrradboxen, überdacht oder unter freiem Himmel. „Die Zahlen werden noch berechnet. Auch die Möglichkeit, Elektrofahrräder aufzuladen, soll gegeben werden. Aus einer Bürgerbeteiligung zu Beginn dieses Jahres heraus wurde mittlerweile eine Treppe in die aktuelle Planung aufgenommen, die für Fußgänger den weiten Weg über die vorgesehene Rampe zwischen Dorfstraße und Bahnsteig erheblich abkürzt. Das Gute: Die Kosten dafür habe nicht die Gemeinde Adendorf zu tragen, sagt Bürgermeister Maack.

Treppe wurde mit in die Planung aufgenommen

Im Frühjahr 2019 hatte Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) entschieden, dass die Kommunen für die insgesamt 19 Bahnstationen in Niedersachsen, die in den nächsten Jahren reaktiviert werden sollen, nur die Planungskosten zu tragen haben, nicht aber die Baukosten. Im Fall von Adendorf hatte damals der zuständige Fachbereichsleiter Christian Ninnemann rund 160.000 Euro genannt.

Die weiteren Kosten, die ab der Leistungsphase 5 („Ausführungsplanung“) bis zur Fertigstellung der Anlagen („Leistungsphase 8“) entstehen, übernehmen das Land, die Deutsche Bahn und die Landesnahverkehrsgesellschaft. Insgesamt werden die Kosten für die Einrichtung des Bahnhaltepunkts Adendorf, auf knapp über eine Million Euro geschätzt.

Niedersachsens damaliger Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte 2013 das Programm für die Wiedererrichtung von in der Vergangenheit stillgelegten Bahnhaltepunkten aufgelegt. Adendorf bewarb sich und erhielt den Zuschlag.

Von Ingo Petersen