Mittwoch , 23. September 2020
Bisher sind die Stationen der Erwachsenenpsychiatrie im Haus 48 sowie in anderen Häusern auf dem Gelände verteilt. Foto: A/be

Großbauprojekt auf PKL-Gelände

Lüneburg. Es ist ein Großbauprojekt mit einem Volumen von 39 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt, mittels dessen die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL) die Weichen stellen will für eine noch bessere Versorgung in der Erwachsenenpsychiatrie. Das Land hat nun grünes Licht für rund 32 Millionen Euro Fördermittel gegeben. Für den ersten Bauabschnitt sollen bereits in diesem Jahr 6,9 Millionen Euro fließen. Das hat Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann jetzt bekannt gegeben.

Bisher sind die Stationen der Erwachsenenpsychiatrie im Haus 48 sowie in anderen Häusern auf dem Gelände verteilt. Künftig sollen sie an einem Standort konzentriert werden. Bereits Ende April 2018 präsentierte PKL-Geschäftsführer Rolf Sauer entsprechende Pläne, die auf einem Architektenwettbewerb basierten. Diese wurden inzwischen überarbeitet, sind Grundlage für die Fördermittel aus Hannover.

Stationen sollen an einem Standort konzentriert werden

Der ursprüngliche Entwurf sah die Sanierung des Hauses 48 vor. An das Hauptgebäude sollte ein Neubau angedockt werden, der im hinteren Teil des Parkplatzes zur Straße am Wienebütteler Weg entstehen sollte. Laut Kostenschätzung hätte das rund 63 Millionen Euro gekostet. Dazu wären noch 7 Millionen Euro für einen Neubau hinter Haus 48 gekommen, in das Therapieangebote einziehen sollten.

Nach ausführlicher Abwägung der Vor- und Nachteile einer Sanierung des Hauses 48 – auch mit Blick auf die Kosten von allein 31 Millionen Euro – habe man sich dagegen entschieden, sagt Sauer. „Das hat auch das niedersächsische Sozialministerium so gesehen.“

Die Grafik zeigt die zwei geplanten Neubauten, die hinter dem Haus 48, dem Hauptgebäude der PKL, in einem ersten Bauabschnitt entstehen sollen. Foto: tsj tönies + schroeter + jansen freie architekten gmbh, Lübeck

Daraufhin wurde die Planung überarbeitet, herausgekommen ist ein mehrstufiges Baukastensystem. „In einem ersten Bauabschnitt sollen nun Turnhalle und Schwimmbad, die sich hinter Haus 48 befinden, abgerissen werden. Anstelle dessen entstehen zwei neue Gebäude, in die vier Stationen umziehen können, die sich derzeit noch im Hauptgebäude befinden“, so Jan-Hendrik Kramer, Leiter Unternehmens- und Organisationsentwicklung. Mit dem Bau dieser Gebäude soll im kommenden Jahr begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Komplette Fertigstellung zeitlich nicht absehbar

Damit wäre ein Teil des Gebäudes 48 frei, der dann abgerissen werden soll. In das dafür neu entstehende Gebäude würde dann die fünfte Station, die noch im Hauptgebäude angesiedelt ist, umziehen. Danach könnte auch der Rest des Hauses 48 weichen, anstelle dessen zwei weitere Neubauten entstehen. In die können dann Stationen der Erwachsenenpsychiatrie einziehen, die noch auf dem Gelände verteilt sind. In einem Verbindungsbau werden Veranstaltungssaal, eine Cafeteria sowie das Sozial- und Kulturzentrum untergebracht.

Die komplette Fertigstellung ist zeitlich nicht absehbar, macht PKL-Chef Sauer deutlich. „Mit der Realisierung des ersten Bauabschnittes besteht aber eine Einheit, die bereits für die Erwachsenenpsychiatrie eine Verbesserung bedeutet.“ Zum einen entstünden dort ausschließlich Zweibettzimmer, „die eine Behandlungsatmosphäre schaffen, die die Genesung verbessert. Zum anderen wird eine Optimierung der Behandlungsabläufe ermöglicht.“

Die neue Konzeption sorgt dafür, dass der Parkplatz unangetastet bleibt. Das hatten Anwohner nämlich beim ersten Entwurf kritisiert. Sie befürchteten, dass noch mehr Parkplatzsuchende auf die Straße Am Wienebütteler Weg ausweichen würden. Der Abstand zur benachbarten Wohnbebauung bleibt, zudem wird die Gebäudehöhe maximal 3-geschossig sein.

Von Antje Schäfer