Donnerstag , 1. Oktober 2020
289 Patientenzimmer gibt es im Klinikum. Die 31 Vierbettzimmer im sogenannten Y-Trakt sollen im Zuge der Modernisierung zu Zweitbettzimmern umgebaut werden – hier ein Symbolbild. (Foto: AdobeStock)

Das Ende der Vierbettzimmer

Lüneburg. Nachdem der Erweiterungsbau des Klinikums im März 2019 komplett an den Start ging, soll nun ein weiterer Schritt zur Modernisierung des Hauses an der Bögelstraße getan werden. Rund 9 Millionen Euro sollen investiert werden, damit Bettenzimmer komfortabler werden und die Zentralsterilisation auf den neuesten Technik-Stand gebracht wird. Das Land wird das Projekt mit 6,5 Millionen Euro fördern. Das hat Sozial- und Gesundheitsministerin Carola Reimann bekannt gegeben.

Im Klinikum gibt es insgesamt 289 Patientenzimmer. In den Bettenhäusern C und D, dem sogenannten Y-Trakt, der in den 1990er-Jahren entstanden ist, gibt es noch 31 Vierbettzimmer ohne Nasszelle. „Die möchten wir umbauen zu Zweibettzimmern, in die optional ein drittes Bett gestellt werden kann.

Es könnte lauter werden

Außerdem soll jedes Zimmer eine Nasszelle bekommen“, erläutert Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer der Klinikum gGmbH. Möglich sind die Umbauarbeiten, weil es durch den Erweiterungsbau zusätzliche Bettenkapazitäten in der Intensiv- sowie in einer kardiologisch-internistischen Station gibt.

Dennoch ist das Projekt eine Herausforderung, denn die Zimmer müssen komplett entkernt und Elektro-, Wasser- sowie Abwasserstränge in den Zwischendecken neu verlegt werden. Dazu sollen immer zwei Etagen gleichzeitig geschlossen werden, derweil die Zimmer im Erweiterungsbau sowie in einer der alten Intensivstationen genutzt werden. Damit das Entkernen der Vierbettzimmer mit möglichst wenig Lärm und Erschütterungen einhergeht, wird mit hydraulischen Zangen gearbeitet. „Dennoch kann es temporär lauter werden, da wir Kernbohrungen machen müssen“, sagt Moormann. Er geht davon aus, dass mit den Arbeiten Ende des Jahres begonnen werden kann.

Neues Funktionsgebäude in Planung

Veraltet und für das ständig steigende Patientenaufkommen viel zu klein ist die Zentralsterilisation, in der unter anderem OP-Instrumente gereinigt und sterilisiert werden. „In den vergangenen Wochen wurden bereits sämtliche Reinigungs- und Desinfektionsgeräte ausgetauscht, im Herbst sollen die Sterilisatoren folgen. Eine Erweiterung ist für das kommende Jahr geplant.

Moormann blickt weiter nach vorne. Mittel- bis langfristig soll auch ein neues Funktionsgebäude entstehen, in das Operationssäle sowie ein Mutter-Kind-Zentrum einziehen sollen. Dafür müsste das Gebäude B weichen, in dem sich derzeit eine chirurgische Station, die Stroke Unit sowie die Pathologie/Histologie befinden. Für das Projekt möchte das Klinikum auf die Prioritätenliste des Niedersächsischen Krankenhausplanungsausschusses kommen. Der Klinikumchef hofft, dass dieses Projekt in zehn Jahren realisiert ist.

Maßnahmen an 22 Standorten

Der Niedersächsische Krankenhausplanungsausschuss hat sich auf Investitionsmaßnahmen an 22 Klinikstandorten mit einem Gesamtvolumen von 265 Millionen Euro geeinigt.

Davon profitieren auch das Klinikum sowie die Psychiatrische Klinik Lüneburg. „Mit unseren Investitionszuschüssen bringen wir wichtige Krankenhausprojekte in ganz Niedersachsen voran, das ist gerade in diesen Zeiten ein wichtiges Signal“, sagte Carola Reimann, die dem Planungsausschuss vorsteht. „Die Fördermittel fließen gezielt in die Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft in den Regionen. Die Corona-Epidemie hat uns allen deutlich gemacht, was für ein hohes Gut eine flächendeckende und gut ausgestattete Krankenhauslandschaft ist. Die Krankenhäuser haben in den letzten Wochen und Monaten einen immens wichtigen Beitrag geleistet, um die Situation in Niedersachsen zu bewältigen.“

Von Antje Schäfer