Dienstag , 29. September 2020
Die Kosten für den Betriebshof liegen mit 9,6 Millionen Euro so hoch wie 2019 geschätzt. (Foto: be)

Betriebshof voll im Plan

Scharnebeck. Der Termin für den offiziellen Umzug des Zentralen Betriebshofs des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und Unterhaltung (SBU) von Embsen nach Scharnebeck steht schon fest: Es ist der 20. Juli. Schon Anfang Juli soll damit begonnen werden, mit ersten Bereichen umzuziehen, etwa der Werkstatt, auch das vorgehaltene Streusalz muss umgelagert werden. Über den aktuellen Stand beim Bau des Großprojekts berichtete jetzt SBU-Leiter Jens-Michael Seegers in der Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Lüneburger Kreistags.

„Es läuft alles planmäßig“, berichtete Seegers während der Sitzung im Kulturforum. „In der kommenden Woche werden noch einzelne Gewerke abgenommen, Ende des Monats sind die letzten Arbeiten abgeschlossen.“ Der Grundstein für den neuen Betriebshof war im April 2019 gelegt worden.

Mehr Geld aus den Grundstücksverkäufen

Der Betrieb Straßenbau und -unterhaltung ist zuständig für die Planung und Ausführung aller Bau-, Unterhaltungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen an rund 380 Kilometern Kreisstraßen, dazu 55 Brückenbauwerken und 180 Kilometern Radwegen, die in Trägerschaft des Landkreises Lüneburg sind. 40 Mitarbeiter, dazu sechs Großfahrzeuge, sechs Mercedes-Sprinter, Pkw und Kleintraktoren sollen im Hauptgebäude des neuen Betriebshofs Platz finden. Neben dem Hauptgebäude entstehen eine Remise, ein Heizhaus und ein großes Streusalzlager mit Platz für 1900 Tonnen Salz.

Auch in Sachen Kosten konnte Seegers den Ausschussmitgliedern Positives aus Scharnebeck berichten: Sie liegen weiterhin bei 9,6 Millionen Euro. Eine erste konkrete Kostenschätzung hatte im Frühjahr 2018 bei 8,6 Millionen gelegen, vor allem aufgrund von Preissteigerungen im Baugewerbe stiegen die Kosten dann über 9,4 Millionen Euro zu Anfang des Jahres 2019 auf 9,6 Millionen Euro im vergangenen Sommer. Seitdem sind sie konstant.

Ebenfalls erfreulich, so Seegers: Der Erlös aus den Grundstücksverkäufen der bisherigen Bauhof-Standorte in Embsen und Breetze dürfte höher sein als zunächst angenommen. Für beide Areale sei einmal ein Ertrag in Höhe von 500 000 Euro eingeplant gewesen. Der sollte „deutlich übertroffen“ werden, berichtete Seegers.

Die Liegenschaft in Embsen wird, wie vom Kreisausschuss festgelegt, vom Landkreis zum aktuell ermittelten Verkehrswert übernommen. Dort sollen in Abstimmung mit der Gemeinde gegebenenfalls Wohnungen gebaut werden. Die derzeitige Vermarktung der Liegenschaft in Breetze durch die Immobilienabteilung der Sparkasse Lüneburg verläuft positiv, heißt es außerdem aus der Kreisverwaltung.

Die höheren Einnahmen verringern den Kreditbedarf zur Finanzierung des Neubaus. Darlehen in Höhe von sechs Millionen Euro seien für den SBU-Neubau aufgenommen worden, sagte Seegers.

Wieviel mehr Kredite nötig seien, werde sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, „wenn die Schlussabrechnungen vorliegen und die Grundstücksverkäufe getätigt sind“, berichtete der SBU-Chef.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Einweihung des Zentralen Bauhofs in Scharnebeck zunächst in kleinem Rahmen geplant. „Wenn wir wieder normale Verhältnisse haben, soll es einen Tag der offenen Tür geben“, sagte Jens-Michael Seegers.

Neues zur Elbbrücke

Daten sammeln und Grundlagen ermitteln

Auch zur geplanten Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau gab in der SBU-Sitzung aktuelle Informationen. „Hier sind wir momentan dabei, Grundlagen zu ermitteln“, erklärte SBU-Bereichsleiter Frank Tippe.

So müssten notwendige Daten gesammelt und insbesondere mit den Planungen zum Hochwasserschutz in Neu Darchau-Katemin angepasst und abgeglichen werden. Dabei sei man mit anderen Behörden und Institutionen ständig im Austausch – etwa zum Thema Naturschutz. „Um festlegen zu können, was in welchem Umfang fachlich geprüft werden muss, stimmen wir uns mit den beteiligten Unteren Naturschutzbehörden sowie der Biosphärenreservatsverwaltung ab. Grundlage dafür sind die im Raumordnungsverfahren durchgeführten Untersuchungen“, so Frank Tippe.

Der Untersuchungsauftrag für die Umweltverträglichkeitsprüfung werde anschließend an ein Ingenieurbüro vergeben. Ziel ist es, so Tippe, den Antrag auf Planfeststellung im nächsten Jahr bei der zuständigen Genehmigungsbehörde einzureichen.

 

Von Ingo Petersen