Samstag , 19. September 2020
In und um die Bäche in dem Gebiet leben zahlreiche Vogel- und Insektenarten. Foto: Landkreis

Hohes Holz soll besser geschützt werden

Lüneburg. Die Ausweisung einer Fläche bei Radbruch als „Naturschutzgebiet Hohes Holz mit Ketzheide und Gewässer“ ist einen Schritt näher gerückt. In seiner jüngsten Sitzung im Kulturforum stimmte der Umweltausschuss des Landkreises bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung dem Verordnungsentwurf und der Abgrenzung des Gebiets zu. Bis Ende Juni entscheiden endgültig noch Kreisausschuss und Kreistag.

In den Bächen und ihren Randstreifen rund um die beiden Waldgebiete leben Biber, Bachneunauge, zahlreiche Schmetterlinge und viele weitere geschützte Tier- und Pflanzenarten. „Wir haben hier ein weites Interessenfeld zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, das wir abwägen müssen“, sagt Maja Züghart, vom Fachdienst Umwelt.

Neue Regeln für Besucher

„Mit dem Naturschutzgebiet wollen wir beides für die Zukunft sichern.“ Wasser spielt dabei eine besondere Rolle: Durch den Klimawandel wechseln sich Stark­regen-Ereignisse und längere Trockenperioden ab. „Einerseits soll das Wasser rasch abfließen, um vernässte Felder zu vermeiden, andererseits wollen wir Feuchtigkeit für Zeiten ohne Niederschlag halten. Das ist auch eine Aufgabe für die Gewässer­unterhaltung, von der sowohl Landwirte als auch die Natur profitieren“, so die Diplom-Forstwirtin.

Neue Regeln für Besucher werden rund um das Gebiet in Kraft treten, wenn das Naturschutzgebiet in Kraft tritt: Hunde gehören hier an die Leine, Spaziergänger und Radfahrer sollen in den Wäldern auf den Wegen bleiben.

Neben den Waldflächen, die im Eigentum der Niedersächsischen Landesforsten sind, und ausgewählten Grünlandflächen wurden insbesondere Gewässer und nur ein schmaler Randstreifen in die Verordnung aufgenommen. Aus Sicht der Verwaltung sei bei dieser Gebietskulisse die wirtschaftliche Betroffenheit einzelner Landwirte sehr gering, so Züghart. lz/pet