Samstag , 26. September 2020
Beispiel für Ausgleichsmaßnahmen bei Reppenstedt: Wo vorher Acker und Graben waren, ist nun inmitten von Feuchtwiesen ein renaturierter Bachabschnitt. Foto: Landkreis

Es kommt auf den Ausgleich an

Lüneburg. Ob Einfamilienhaus, Autobahn oder Bebauungsplan: Wer in Deutschland im Rahmen eines Bauprojektes in die Natur eingreift, muss dafür ökologischen Ausgleich schaffen. „Im Landkreis Lüneburg wird diese gesetzliche Vorgabe sehr gut umgesetzt“, bilanziert Anneken Roschke vom Fachdienst Umwelt. Sie gehört zu einem Team in der Kreisverwaltung, das die sogenannten Kompensationsmaßnahmen begleitet und vor Ort prüft.

Eine für alle einsehbare Informationsplattform bietet das Flächenkataster des Landkreises Lüneburg. Dort werden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kontinuierlich eingepflegt – samt detaillierter Angaben, beispielsweise: Welche Fläche soll wie umgewandelt werden oder wurde es bereits? Aufgrund welchen Bauprojektes? Wie weit sind die Maßnahmen schon umgesetzt? Wie groß ist die Fläche? „Dank dieses Systems haben wir einen sehr guten Überblick“, sagt Anneken Roschke und zieht ein positives Fazit: „Derzeit sind im Kataster des Landkreises Lüneburg rund 1200 natur- und artenschutzrechtliche Maßnahmen, aber auch Ökokonten erfasst – das ist ein vorbildlicher Wert.“

Baustein für Artenschutz und Biotopverbund

Grundlage für die Kompensationsmaßnahmen ist das Bundesnaturschutzgesetz. Das besagt unter anderem: Werden bei Bauprojekten Natur und Landschaft geschädigt, wird der Landkreis Lüneburg als zuständige Behörde involviert. Dazu gehört auch der Auftrag, mögliche Folgen für den Arten- und Naturschutz einzuschätzen. Daraus und aus dem Bauvorhaben selbst ergeben sich innerhalb eines Bewertungsverfahrens erforderliche Ausgleichsschritte: Das kann eine gepflanzte Hecke, eine angelegte Obstbaumwiese, aber auch die Renaturierung eines Bachlaufs inmitten von Nassgrünländern sein.

„Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur stellen einen wichtigen Baustein für Artenschutz und Biotopverbund dar“, erklärt die Landschaftsarchitektin. „Der Landkreis Lüneburg kümmert sich darum, dass dieser Ausgleich auch tatsächlich erfolgt und nicht nur auf dem Papier steht.“

Das Flächenkataster des Landkreises Lüneburg können Interessierte unter www.landkreis-lueneburg.de/karte aufrufen. Dort erhalten sie einen Überblick über Kompensationsmaßnahmen und Ökokonten. lz