Mittwoch , 30. September 2020
Die vier Gruppenleiterinnen Madita Teuber, Jette Schwormstede, Inga Meier und Carla Hasselmann (hinten v. l.), sowie die drei Pfadfinderinnen Mila, Elsa und Ida helfen dem Wandergesellen Marius (vorne) auf der Baustelle. Foto: t&w

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Lüneburg. Für die 30 Pfadfinder in Lüneburg ist es ein ganz besonderes Projekt, das sie gemeinsam mit sechs Wandergesellen seit einer Woche angehen: Sie renovieren die Bockelsberghütte. Ein Vorhaben, das schon seit einigen Jahren fällig war und nun mithilfe verschiedener Unterstützer realisiert werden kann.

„Wir benutzen die Hütte schon seit 2015“, erklärt Jette Schwormstede, Gruppenleiterin einer der fünf Lüneburger „Nordlichter“-Gruppen. „Sie war allerdings sehr feucht, roch unangenehm und im Winter war es viel zu kalt, um unsere Treffen darin abzuhalten.“

Denn einmal in der Woche trifft sich jede Gruppe, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Je nach Alter wird gebastelt, gesungen, gespielt oder es werden Vorbereitungen für die Wochenendfahrten getroffen. „Allerdings ging das wegen des Coronavirus jetzt lange nicht, was sehr schade war“, meint die 19-Jährige.

Förderverein hatte schnell Erfolg

Um die Zeit dennoch sinnvoll zu nutzen, haben sich die Pfadfinder vorgenommen, ihr „Heim“ auf Vordermann zu bringen. „Wir haben uns an unseren Förderverein gewandt und um Hilfe gebeten“, erzählt Jette Schwormstede, denn erste Versuche, die Hütte selbstständig zu sanieren, seien gescheitert. „Da muss einfach zu viel gemacht werden.“

Der Förderverein hatte schnell Erfolg: Mit der Stadt Lüneburg, die Eigentümerin der Bockelsberghütte ist, konnte ein neuer Vertrag erzielt werden. Er ermöglicht den Pfadfindern die kostenlose Nutzung der Waldhütte in den nächsten 30 Jahren. „Dafür fördert die Stadt Hamburg, wo sich der Hauptsitz der Nordlichter befindet, die Renovierung“, erklärt Schwormstede.

Viel Unterstützung bekommen

Und auch die Pfadfinder selbst steuern einen Teil bei: ihre Arbeitskraft. „Wir haben schon bevor es hier offiziell losging das ganze Haus ausgeräumt, die alten Möbel zerlegt und entsorgt. Außerdem haben wir die Dachpappe abgezogen, damit die Wandergesellen direkt mit der Arbeit beginnen konnten“, erzählt Jette Schwormstede. Und auch in der nächsten Zeit wollen die jungen Lüneburger in ihrer freien Zeit mit anpacken.

„Fertig soll das ganze in etwa acht Wochen sein“, sagt die Gruppenleiterin. Ein ambitioniertes Ziel, weiß auch der Wandergeselle Marius aus München. „Die größte Arbeit wird die Fachwerksanierung und das Dach sein“, erklärt er. Aber auch der Innenausbau und der Austausch der Schwellen werden etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Jette Schwormstede freut sich, dass es Ende des Sommers wieder einen Ort gibt, an dem die Lüneburger Pfadfinder zusammenkommen können. „Es ist toll, dass uns die Hütte von der Stadt zur Verfügung gestellt wird und wir so viel Unterstützung bekommen. Und wenn unsere Großfahrt im Sommer wegen Corona ausfallen sollte, können wir uns wenigstens hier wieder treffen und unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen fortsetzen.“

Von Lilly von Consbruch