Sonntag , 27. September 2020
Jetzt hat Kirstin Waldau mehr Zeit für den Garten. Foto: t&w

Sechs Chefs in 41 Jahren

Dahlenburg. Wer rund 40 Jahre lang denselben Job ausübt, hat in der Regel kein sehr bewegtes Arbeitsleben hinter sich. Bei Kirstin Waldau ist das anders. Zwar h at sich der Kern ihrer Aufgaben über die Zeit kaum verändert, der Einfluss durch die Vorgesetzten schon – denn die waren vielzählig: Mit sechs Chefs musste sie als rechte Hand der jeweiligen Dahlenburger Verwaltungsspitze kooperieren. Und das erforderte ein Höchstmaß an Flexibilität.

„Im Grunde bin ich mit allen wirklich gut ausgekommen“, sagt die 62-Jährige rückblickend, „denn viele kannte ich schon vorher, entweder bereits privat oder aber beruflich.“ Doch jede Regel hat ihre Ausnahme – und die war auch für Kirstin Waldau eine echte Herausforderung.

Bereits 1979 hatte die damals 20-Jährige bei der Samtgemeindeverwaltung angefangen, hatte vorher eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin gemacht und kurze Zeit am Lüneburger Verwaltungsgericht gearbeitet. „Letztlich komme ich aber hier aus der Gegend und bin dann kurze Zeit nach der Geburt meiner Tochter auch wieder zurückgekehrt“, sagt sie. Zunächst als Schreibkraft angestellt, hatte sie schon damals das Sekretariat des Verwaltungschefs vertreten. Es sollte eine lebenslange Aufgabe werden.

Post bearbeiten, Termine vereinbaren und Sitzungen vorbereiten, Protokolle schreiben, Einladungen verschicken und Veranstaltungen organisieren – aber im Kern den Vorgesetzten entlasten: Das sind ihre vielfältigen Aufgaben gewesen.

Viel Zeit mit Mann und der Familie

Der enge Kontakt zu den wechselnden Samtgemeindedirektoren und -bürgermeistern war daher Voraussetzung für jede Facette der Arbeit. „Und das hat in der Regel auch gut funktioniert.“

Begonnen unter Udo Bachmann, folgte nach kurzer Zeit Ulrich Stade und weiter Alfred Söhl, „den ich schon als Kollegen hatte und schätzte“. Als nächster Verwaltungschef kam Wolfgang Prause. Auch mit ihm war die Zusammenarbeit harmonisch, erklärt die zweifache Mutter. Lediglich mit Joachim Dassinger hatte sie das ein oder andere Problem – doch zu lange währte die gemeinsame Zeit nicht.

Mit Christoph Maltzan kehrte die Harmonie ins Rathaus zurück – und er war es auch, der jetzt gemeinsam mit den Kollegen für bewegende Momente gesorgt hat: „Ich hatte eine sehr ergreifende Verabschiedung im Sitzungszimmer“, sagt Kirstin Waldau immer noch gerührt, „mit einer sehr schönen Rede vom Samtgemeindebürgermeister.“

Die Gefühle hängen noch nach, „ein wenig Druck ist noch immer da“, sagt die Neu-Rentnerin, die sich auf den vor ihr liegenden Lebensabschnitt freut: „Ich will viel Zeit mit meinem Mann und der Familie, besonders aber auch mit unserem Enkel Tim verbringen, zudem Freunde und Bekannte treffen, Kurzreisen machen und natürlich unseren schönen Garten genießen.“ Langeweile – da ist sie sich sicher – wird es nicht geben.

Von Ute Lühr