Mittwoch , 23. September 2020
Im vergangenen Jahr ging es steil bergab: Die Ilmenauhalle in Bienenbüttel ist sanierungsbedürftig, die Liste an Mängeln lang. Im Herbst hatte sich die Politik gegen eine Rettung des Hallenbereichs ausgesprochen. Nun laufen Planungen für einen Neubau. Foto: t&w

Sie sitzen auf heißen Kohlen

Bienenbüttel. Still und verlassen ruht sie mitten in Bienenbüttel: die Ilmenauhalle. Seit September letzten Jahres ist das Aus des Event- und Spielbetriebs in dem maroden Gebäude offiziell. Inzwischen ist auch die Gastronomie ausgezogen. Doch während in der Halle von 1974 Ruhe eingekehrt ist, geht es in der Verwaltung mit den Planungen für ein neues Mehrzweckzentrum offenbar voran: Inzwischen liegen Bürgermeister Merlin Franke die Ergebnisse einer Baugrunduntersuchung des Geländes vor, auf dem die Ilmenauhalle steht.

Demnach betrage der höchste Wasserstand – sprich: die Tiefe, in der das Grundwasser steht – ab der Oberkante des Parkplatzes etwa Minus 1,3 Meter (Stand Februar 2020). Das teilt Franke auf LZ-Anfrage mit. Von der Niendorfer Straße in Richtung Wohnmobilstellplatz werde der Baugrund aber besser. Eine Bodenausgleichsmaßnahme könne wohl ausreichen, um mögliche Probleme zu beheben. Soll heißen: Sand muss aufgeschüttet werden.

Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung und Vereinen

Fachleute hatten das Grundstück an den Ilmenauwiesen untersucht, um zu prüfen, ob der Standort überhaupt für einen Neubau infrage kommt. Vor allem für die Wirtschaftlichkeit des Projektes sei das Gutachten von entscheidender Bedeutung, erklärt Franke. Die Ergebnisse stimmen ihn zuversichtlich. „Nach den aktuellen Erkenntnissen kann man davon ausgehen, dass wir 2021 mit dem Bau beginnen können.“ Er weist aber auch darauf hin, dass die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht absehbar seien.

Bislang war nie offiziell die Rede von einem Abriss der Ilmenauhalle. Zumindest beim TSV Bienenbüttel hatte man noch bis zur Schließung gehofft, darin den Sportbetrieb parallel zum Bau der neuen Halle aufrechterhalten zu können. Bürgermeister Franke will einem politischen Beschluss in dieser Sache nicht vorgreifen. Nur so viel: „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude irgendwann weg muss.“

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie traf sich in Bienenbüttel regelmäßig ein Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung und Vereinen, um Ideen für das Großprojekt zu konkretisieren. Dabei ging es längst nicht mehr nur um die Frage, was gebaut werden soll – sondern auch wie. Zur Diskussion stehen zwei Varianten: Entweder könnte die Halle klassisch mit einem Architekten geplant werden, oder aber „schlüsselfertig“, also von einem Generalunternehmer. Eine Entscheidung ist laut Franke noch in diesem Sommer zu erwarten, wenn die Wirtschaftlichkeitsprüfung abgeschlossen ist.

Gesamtvolumen der Kosten steht noch nicht fest

Für die Verwaltung habe das Projekt „absolute Priorität“, betont der Bürgermeister. Er hält die ursprünglich beabsichtigten 36 bis 48 Monate bis Fertigstellung des neuen Mehrzweckzentrums nach wie vor für realistisch. Demnach müsste der Neubau spätestens 2023 bezugsfertig sein. Das Gesamtvolumen der Kosten steht noch nicht fest. Klar ist bislang nur: 2,4 Millionen Euro kommen aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“, eine Million Euro hat bereits der Landkreis Uelzen an Unterstützung zugesichert.

Wenn der erste Entwurf für die neue Halle vorliegt, soll der Arbeitskreis erneut zur Abstimmung zusammenkommen. TSV-Vorsitzender Andreas Howe sitzt bereits auf heißen Kohlen. Vor der Corona-Krise hatten seine Vereinsmitglieder zum Teil lange Fahrtzeiten zu benachbarten Hallen in Kauf nehmen müssen. Wie das Gebäude geplant wird – ob schlüsselfertig oder individuell –, ist ihm inzwischen fast schon egal: „Wir unterstützen alles, was dafür sorgt, dass aus dem Projekt eine Tatsache wird.“

Von Anna Petersen