Donnerstag , 24. September 2020
Helga und Günter Mennerich haben am Tag ihrer eisernen Hochzeit ihre Gäste mit dem Auto besucht. Foto: privat

Wenn die Gäste nicht zur Feier dürfen

Neu Darchau. Für ihre eiserne Hochzeit hatten Helga (86) und Günter (87) Mennerich einen klassischen Plan: Sie wollten in kleiner Runde die offiziellen Glückwünsche von Bürgermeister, Landrat und der Kirche entgegennehmen, am Pfingstsamstag sollte dann ein großes Fest im Kreis von Familie und Freunden im Gasthaus Burmester in Almstorf stattfinden. Doch dann kam das Coronavirus und alles musste abgesagt werden. Um das Jubiläum trotzdem begehen zu können, überlegte sich ihr Sohn Detlef Mennerich eine Überraschung: „Wenn die Gäste nicht zu den beiden kommen dürfen, dann bringen wir sie eben zu ihren Gästen.“

Und so ging es im Auto von ihrem Wohnort Neu Darchau über Ventschau zunächst nach Dahlenburg. Dort wartete Pastorin Kristin Bogenschneider schon in der Johanniskirche mit einer kurzen Andacht auf die beiden Jubilare. Denn in Dahlenburg lernte sich das Paar nicht nur kennen, sondern wurde vor 65 Jahren auch dort getraut.

Überraschungstour führte nach Neetze

Anschließend ging die Fahrt über Lemgrabe nach Ahndorf, wo Helga und Günter Mennerich den Großteil ihres Lebens verbrachten. „In Ahndorf warteten an mehreren Stationen neben Abordnungen vom Schützenverein und der Feuerwehr auch zahlreiche Nachbarn, um dem Jubelpaar zuzuwinken, es mit kleinen Überraschungen zu erfreuen, Glückwünsche auszusprechen oder gar ein Ständchen zu singen“, erzählt Detlef Mennerich.

Die Überraschungstour führte das Jubelpaar weiter über Almstorf, Bad Bevensen nach Hohenbünstorf und Südergellersen bis nach Heiligenthal und schließlich nach Neetze. Überall warteten Freunde und Familie auf die beiden. Am Ende waren es 14 Stationen voll mit Erinnerungen, meint Detlef Mennerich. „Beide waren von der Überraschung überwältigt und davon, dass niemand vorher etwas ausgeplaudert hat.“ lz