Wasser fällt ins Wasser
In der Region Lüneburg gebe es keinen Grund zur Sorge, was die Trinkwasserversorgung betrifftt, sagt der Landkreis. Foto: AdobeStock

Klimaschutz ist auch Trinkwasserschutz

Lüneburg. Experten haben kürzlich vor drastischen Folgen langer Dürreperioden gewarnt. In ihrem Grünbuch fordert das Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit e.V. schnelle Maßnahmen vom Staat. Die Experten empfehlen unter anderem einen bundesweiten Hitzeaktionsplan und ein nationales Wassermanagement mit strategischen Reserven (LZ berichtete). Die Pressestellen von Landkreis Lüneburg haben nun Fragen beantwortet, wie sie sich auf das im Grünbuch beschrieben Szenario vorbereiten.

Gibt es bereits einen Hitzeaktionsplan oder vergleichbare Pläne?

Stadt: Für Krisensituationen, wie in dem Grünbuch skizzierten Fall, sind auch bereits heute grundsätzliche Regelungen vorhanden. Die Hansestadt Lüneburg hat einen Gefahrenabwehrplan für sogenannten Großschadenssituationen, also Krisensituationen, die sich vielfältig ausgestalten können. Dieser Gefahrenabwehrplan enthält zum Beispiel Anweisungen zum Vorgehen in Großschadenslagen und auch zur Verhütung von Gefahrenlagen.

Landkreis: Einen Hitzeaktionsplan wurde zum jetzigen Zeitpunkt nicht erstellt, jedoch hat der Landkreis andere weitreichende Vorkehrungen zur Sicherung des Trinkwassers getroffen. Diese Maßnahmen lassen sich im Rahmen des Bevölkerungsschutzes mit Sicherheit ergänzen – ein Thema, das der Landkreis künftig auf seine Agenda setzen will und muss. Unseres Erachtens ist ein nationaler Hitzeaktionsplan als Gerüst sinnvoll, der jedoch kommunal an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und umgesetzt werden muss. Hierbei ist eine interkommunale Vernetzung ebenso unabdingbar wie auch die frühzeitige Einbindung hitzevulnerabler Personengruppen bei konkreten Projektschritten.

Wie wird die Situation der Trinkwasserversorgung eingeschätzt?

Stadt: Die Stadt verfolgt intensiv das Ziel, Gewässer zu schützen und gerade den Einsatz und Verbrauch von Trinkwasser einer besonderen Betrachtung zu unterziehen. Zusätzlich ist die Hansestadt zusammen mit den Landkreisen Lüneburg und Uelzen und dem Beregnungsverband Elbeseitenkanal Kooperationspartner beim Förderprojekt zur Erstellung eines Integriertes Wasserversorgungs- und –mengenmanagement-Konzeptes für den Raum Lüneburg-Uelzen. Hierbei werden die Bedarfe aller Nutzer von Grundwasser umfassend betrachtet und analysiert, unter anderem mit dem Ziel, Wassereinsparpotentiale zu erkennen und zu nutzen um den Grundwasserkörper größtmöglich zu schützen.

Landkreis: Im Landkreis Lüneburg besteht kein Grund zur Sorge. Damit das so bleibt, findet das Monitoring der Grundwasserstände regelmäßig statt. Sollte sich ergeben, dass sich in Folge äußerer Einflüsse das Dargebot reduziert, besteht die Möglichkeit, bestehende Wasserrechte zum Beispiel für eine gewerbliche Nutzung oder die Feldberegnung anzupassen. Trotz dieser sehr guten Grundvoraussetzung dreht der Landkreis an zusätzlichen Stellschrauben, um das wertvolle Gut Trinkwasser zu schützen – und hat das Wassermanagementkonzept mit auf den Weg gebracht.

Woran wird derzeit besonders gearbeitet?

Stadt: Das auf dem Klimawandel beruhende Szenario im Grünbuch verdeutlicht: Es ist zwingend notwendig, dass wir unsere vorbeugenden Maßnahmen fortsetzen und intensivieren, um den Klimawandel abzumildern. Die Hansestadt setzt bereits zahlreiche Maßnahmen um, die zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen, der Aufforstung und Begrünungen dienen oder den Ausbau der regenerativen Energien fördern.

Alle städtischen Maßnahmen sind in einem Klimaschutzplan aufgenommen worden mit dem Ziel, eine Klimaneutralität der Hansestadt Lüneburg zu erreichen. Dieser Plan soll im März im Umweltausschuss der Hansestadt vorgestellt werden.

Landkreis: Die künftige Trinkwasserversorgung ist ein Thema, mit dem sich der Landkreis permanent auseinandersetzt. Um mehr Handlungsspielraum bei der Genehmigung von Wasserentnahmen zu erhalten und die rechtlichen Rahmenbedingungen den aktuellen Entwicklungen anzupassen, hat sich der Landkreis zusätzlich mit einer Resolution an die Landesregierung gewandt. Darin fordert er, die Gesetze zur Wassernutzung zu verschärfen und Anreize zum Wassersparen zu schaffen – sowohl für Unternehmen und Landwirtschaft als auch für private Nutzer.

Außerdem soll der Trinkwasserversorgung im Wasserhaushaltsgesetz ein höherer Stellenwert beigemessen werden.

Von Werner Kolbe

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