Samstag , 24. Oktober 2020
Gemeinsam wollen Ulli Grätsch (v.) und Heinrich Rörup das ehemalige „Grätsch‘s Gasthaus“ in Amelinghausen mit Restaurant, Saal, Biergarten und Hotelzimmern wieder in Schwung bringen. (Foto: t&w)

Ulli Grätsch gibt nicht auf

Amelinghausen. Von März 2014 bis November 2019 lud das traditionsreiche Lokal ganz in der Nähe des Amelinghausener Rathauses als „Grätsch‘s Gasthaus“ ein. Dann musste Betreiber Ulli Grätsch das Haus mit Restaurant, Saal, Biergarten und Gästezimmern aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Wenig später machte das „Gasthaus Heidelux“ dort auf. Das hat mittlerweile auch schon wieder geschlossen. Die große Überraschung: Nun ist Ulli Grätsch wieder da.

Corona-Krise schlägt zu

Nur wenige Monate führte Pächter Marc André Lux das Haus. Dann machte ihm die Corona-Krise, wie der ganzen Gastronomiebranche, einen Strich durch die Rechnung. Und auch zwischen Verpächter Heinrich Rörup und Pächter habe es nicht so richtig „gepasst“, so Rörup und Grätsch, der Lux seinen Betrieb verkauft hatte. Auf dem Facebook-Account von Lux heißt es nun, man sei auf der Suche „nach einer neuen Location in und um Lüneburg herum“. Und weiter: „Corona kam für uns leider zum unpassendsten Zeitpunkt überhaupt.“

Für Ulli Grätsch ist das Restaurant in dem 1818 entstandenen Gebäude an der Gabelung Soltauer Straße/Behnstraße „mein Baby“. Über Jahrzehnte hatte er in und um Lüneburg gastronomische Erfahrung gesammelt, in Betzendorf und Bienenbüttel führte er eigene Geschäfte. „Dies war mein dritter eigener Laden“, erzählt er.

Mit Ehefrau Gesa wanderte Ulli Grätsch 2018 auf die Atlantikinsel Lanzarote aus, in den Monaten darauf pendelte er zwischen Atlantik und Heide, nach der Geschäftsübergabe im November 2019 wollte sich Grätsch im März 2020 noch mit einem Benefiz-„Promi-Boxen“ endgültig verabschieden. Das fiel ins Wasser: Corona. „Das holen wir aber nach, sobald es möglich ist“, verspricht Ulli Grätsch.

Als er jetzt davon hörte, dass das „Heidelux“ schließt, war er schnell wieder zurück. „Nicht, um hier wieder in der Küche oder hinter der Theke zu stehen“, sagt er. Das ginge aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. „Aber ich bleibe hier, bis alles in trockenen Tüchern ist.“

Gemeinsam mit Heinrich Rörup wolle er „alles dafür tun“, damit es im Haus weitergeht. „Wir versuchen jetzt, das wieder anzuschieben“, sagt Rörup. „Unser Ziel ist es, das hier wieder zu einer Speisewirtschaft zu machen.“ Wann es wieder losgeht? In welcher Form? Rörup und Grätsch können dazu noch nichts sagen. „Wir stehen in Gesprächen mit potenziellen Mitstreitern“, berichtet Ulli Grätsch. Ein Gasthaus mit moderner deutscher Küche und einem mediterranen Touch schwebt ihm vor.

Gastronomie wichtig für Amelinghausen

Gelingt der Neuanfang in Grätsch‘s Gasthaus nicht, wäre das ein weiterer Rückschlag für Amelinghausen mit den vielen Tausend Gästen, die im Laufe des Jahres im Ort sind. „Natürlich hat eine funktionierende Gastronomie eine essenzielle Bedeutung für eine Samtgemeinde wie Amelinghausen, die stark vom Tourismus geprägt ist“, sagt Bürgermeisterin Claudia Kalisch.

Zum Jahreswechsel hatte in Amelinghausen das Restaurant „Zum Alchimisten“ geschlossen, seit Ende 2018 ist „Schenck‘s Gasthaus“ dicht, wo der neue Inhaber Peter Ohlms aber ehrgeizige Pläne hat. Mit den ersten sechs Gästezimmern will er ab Juli wieder an den Start gehen, für die Gastronomie wird ein Pächter gesucht, auch Festsaal oder Kaminzimmer werden vermietet, hieß es auf LZ-Anfrage.

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Von Ingo Petersen