Freitag , 18. September 2020
Der Bereich rund um das Ensemble Gellersenhalle (hinten links), Gellersen-Haus (hinten rechts) und Rathaus (vorne links) wird umgestaltet. (Foto: be)

Ortsmitte erhält neues Gesicht

Reppenstedt. Den Geschmack des Gemeindedirektors haben die Planer getroffen. „Das sieht wirklich gut aus, die Ortsmitte erhält einen tollen Platzcharakter“, lobt Steffen Gärtner den Entwurf. Dieser sieht vor, dem Bereich zwischen Rathaus, Gellersenhalle und Gellersen-Haus ein neues Gesicht zu verleihen.

Damit der Plan nicht nur auf dem Papier fein anzusehen ist, sondern konkret werden kann, hat die Gemeinde Reppenstedt das Projekt in ihren Haushalt für das laufende Jahr aufgenommen. Mit gut zwei Millionen Euro schlägt das Vorhaben zu Buche. Dank dem Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ reduzieren sich die Kosten für Reppenstedt jedoch auf 300 000 Euro in diesem und 425 600 Euro im kommenden Jahr.

Finanzspritze von Bund und Land

Die Gemeinde wurde 2015 in das Programm aufgenommen und profitiert nun von Fördermitteln, die Bund und Land als Finanzspritze zur Verfügung stellen für die Entwicklung des Ortszentrums. Die Umgestaltung rund um das Rathaus bildet den Auftakt. Dazu hat ein Architekturwettbewerb stattgefunden. Der Siegerbeitrag kommt aus Hannover und sieht zwischen Rathaus, Gellersenhalle, Gellersen-Haus und der Grundschule einen großzügigen, offenen Platz vor. Der neue „Rathausplatz Reppenstedt“ soll durch eine einheitliche Pflasterung mit der angrenzenden Dachtmisser Straße zu einem Verkehrsraum für alle werden.

„Ein wenig erinnert die künftige Ortsmitte tatsächlich an einen Shared-Space.“ – Steffen Gärtner, Gemeindedirektor

„Ein wenig erinnert die künftige Ortsmitte tatsächlich an einen Shared-Space“, meint Steffen Gärtner. Das ist ein gemeinsamer Verkehrsraum für Fußgänger, Radfahrer, Autos und Busse. Wobei Besucher der öffentlichen Gebäude auch künftig mit dem Auto vorfahren könnten, betont der Verwaltungschef. „Die Anzahl der Parkplätze bleibt gleich. Sie wandern nur vom Rathaus hinter das Gellersen-Haus und die Gellersenhalle.“ Darüber hinaus stehen künftig 104 Fahrradstellplätze im Bereich Rathausplatz/Gellersen-Haus zur Verfügung.

Er sieht in dem Vorhaben die anspruchsvolle Aufgabe, Reppenstedt eine neue Mitte zu geben. „Es soll ein Platz werden, an dem sich die Menschen wohlfühlen und verweilen“, sagt er. Doch daran hapere es momentan noch, sagen die Planer. In der Bestandsanalyse des Lüneburger Planungsbüros Patt für Stadt-, Dorf- und Regionalplanung heißt es dann auch: Es fehlt an Aufenthaltsqualität, was ein Verweilen unattraktiv macht.“ Es fehlten vor allem Sitzgelegenheiten.

Das ändert sich. So soll eine mehrere Meter große sogenannte „Bank für alle“ die Reppenstedter zum Hinsetzen einladen. Gleiches gilt für die künftigen Sitz- und Pflanzinseln.

Public Viewing auf dem Rathausplatz

Ziel der Planung sei die Schaffung eines attraktiven Platzbereiches, der von allen gleichermaßen angenommen und genutzt werden kann und der nicht vom Verkehr auf der Dachtmisser Straße dominiert werde. Im Konzept des Planungsbüros steht: „Mit einer ansprechenden Gestaltung des Platzes soll diesem Ort seine hohe Bedeutung zugesprochen werden, die auch damit berechtigt ist, dass sich dort das Rathaus befindet, eine wichtige Einrichtung für die Samtgemeinde Gellersen sowie der Gemeinde Reppenstedt. Darüber hinaus soll in dem Bereich die Landwehr sichtbar gemacht werden.“

Zudem seien Veranstaltungen wie Public Viewing auf dem Platz denkbar, sagt Steffen Gärtner. Überdies werde es öffentliches WLAN und Ladestationen für E-Bikes geben, zählt er weitere Elemente auf, die den Ortskern attraktiver machen sollen – und die ganz nach seinem Geschmack sind.

Investitionen

Viele Projekte ohne neue Schulden

Nicht nur in die Sanierung der Ortsmitte investiert die Gemeinde in diesem Haushaltsjahr. Weitere Projekte werden angeschoben wie zum Beispiel die Verkehrsberuhigung im Bereich der Ortsdurchfahrt Dachtmissen für 590 000 Euro (Kosten für die Gemeinde: 90 000 Euro, dank EU-Förderung). Die Aufträge für die Baumaßnahmen werden derzeit vergeben, Gemeindedirektor Steffen Gärtner geht von einem Baubeginn im Juni aus.

Vorhaben sind unter anderem auch: Gehwegsanierung (200 000 Euro), Errichtung Bürgerpark (510 000 Euro, Eigenanteil Gemeinde 174 000 Euro durch Städtebauförderung), Fahrradstraße vom Ortszentrum Höhe Brockwinkler Weg bis Ortsausgang nach Lüneburg 200 000 Euro (Eigenanteil 101 000 Euro durch Städtebauförderung), Umgestaltung Spielplätze (30 000 Euro) Erweiterung Skaterfläche (25 000 Euro), LED-Straßenbeleuchtung (40 000 Euro), Straßenbeleuchtung Radweg Oedeme (50 000) Euro.

Eine Kreditaufnahme ist in diesem und auch in den Folgejahren zur Finanzierung der Investitionen nach jetzigem Stand aufgrund des Kassenbestandes (1,69 Millionen Euro Ende 2019) nicht notwendig. So steht es im Bericht zum Haushalt. Die Gemeinde Reppenstedt ist seit 2016 schuldenfrei.

Von Stefan Bohlmann