Im Landkreis Lüneburg gilt in einem Korridor entlang der Elbe von Amt Neuhaus bis Artlenburg die Aufstallpflicht. (Foto: t&w)

Geflügelhalter in großer Sorge

Lüneburg. Rund vier Wochen lang herrschte Ruhe. Doch seit dem vergangenen Wochenende ist klar: die Ruhe war trügerisch. Mehrere Landkreise meldeten neue Fälle der Geflügelpest. Neben Cloppenburg, Diepholz, Aurich und Vechta erhöhten Funde von toten Wildvögeln im Nachbarkreis Harburg auch die Sorgen der Geflügelhalter im Landkreis Lüneburg.

Bei den verendeten Wildgänsen in Drennhausen und in der Samtgemeinde Elbmarsch wurde das hoch ansteckende Vogelgrippevirus festgestellt. Darum bleibt es im Landkreis Harburg bei der Stallpflicht für Geflügel im gesamten Kreisgebiet.

Gefährdungslage in Lüneburg deutlich erhöht

Ende 2020 und Anfang 2021 gab es Fälle unter anderem in Amt Neuhaus, Lauenburg, Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust-Parchim. "Die Gefährdungslage für Geflügelhaltungen im Landkreis Lüneburg hat sich damit deutlich erhöht", teilte die Verwaltung mit. Das gelte besonders für die Regionen, in denen Wildenten, Wildgänse und Wildschwäne besonders häufig anzutreffen sind – wie den sogenannten avifaunistisch wertvollen Gebieten sowie Feuchtgebieten. Diese sind im Kreis in der Elbtalaue gelegen.

Bereits seit dem 1. Dezember gilt eine Aufstallpflicht für diese Regionen des Kreises – und zwar in einem breiten Korridor entlang der Elbe von Amt Neuhaus bis Artlenburg. Im gesamten Landkreis gibt es mehr als 1000 registrierte Geflügelhalter mit mehr als 60.000 Tieren.

Geschlossene Ställe bieten mehr Sicherheit 

Die Aufstallpflicht bedeutet, dass "Hausgeflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, gehalten werden muss. Der Landkreis empfiehlt auch Tierhaltern in nicht aufstallungspflichtigen Regionen, diese Maßnahmen ab sofort umzusetzen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern.

Zu den Schutzmaßnahmen zählen unter anderem:

▶ Geflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern und zu tränken, es darf kein Oberflächenwasser für das Tränken genutzt werden, wenn Wildvögel dazu Zugang haben.

▶ Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sollen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.

▶ Bei Auffälligkeiten im Geflügelbestand, etwa eine erhöhte Sterblichkeit, Rückgang der Gewichtszunahmen oder ein Rückgang der Legeleistung, ist unverzüglich ein Tierarzt zu rufen. In diesen Fällen sind veterinärmedizinische Untersuchungen zum Ausschluss der Geflügelpest vorzunehmen.

▶ Spaziergänger und Haustiere sollten Kontakt zu toten oder kranken Wildvögeln vermeiden.

▶ Jäger sollten, wenn sie mit Federwild in Berührung gekommen sind, jeglichen Kontakt zu Geflügel vermeiden.

▶ Bürgerinnen und Bürger sowie Jäger sind dazu aufgerufen, Funde von verendeten oder krank erscheinenden wildlebenden Wasservögeln, Greifvögeln, Möwen, Raben und Krähen dem Veterinäramt des Landkreises Lüneburg unter (04131) 261413 zu melden.

Darüber hinaus sind alle bislang noch nicht gemeldeten Geflügelhaltungen beim Kreisveterinäramt und bei der Tierseuchenkasse zu melden, betont die Verwaltung. wko

Zur Sache

Hochansteckend

Die Vogelgrippe ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Sie ist hochansteckend und kann bei infizierten Vögeln zu schweren Erkrankungen und massenhaftem Verenden führen. Beim Menschen wurde das Virus bisher nicht nachgewiesen. Erhitzte Geflügelprodukte können unbedenklich verzehrt werden.

Es gibt verschiedene Typen dieser Erkrankung, die für Tiere unterschiedlich gefährlich sind: H5N1, H5N3 , H7N5, H5N7, H5N8 und HPAI.

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