Samstag , 26. September 2020
Foto: Michael Behns

Bei der Arena ist noch vieles offen

Lüneburg. Aktuell läuft auf der größten Baustelle des Landkreises alles rund, wie Projektmanager Ronald Wittkopf in dieser Woche dem Kreistag berichtete. Jedoch könnte die Corona-Krise da durchaus noch den ein oder anderen Strich durch die Rechnung bei der Fertigstellung des Millionenbaus machen, baute Wittkopf vor.

Verzögerungen gibt es an anderer Stelle. Anfang des Jahres herrschte in der Kreispolitik besondere Eile, um durch eine neue Betreiberkonstellation die Vorsteuer sparen zu können. Nach kontroverser Diskussion gab es dafür eine einhellige Mehrheit, doch seitdem stockt das weitere Verfahren. Nach ursprünglichem Zeitplan sollten die neuen Verträge für Betrieb und Gastronomie nach europaweiter Ausschreibung in dieser Woche vom Kreistag vergeben werden. Doch bislang sind noch nicht einmal die Ausschreibungstexte vom Kreisausschuss verabschiedet. Das soll nunmehr am 8. Juni geschehen, sagte Landrat Jens Böther (CDU) auf LZ-Nachfrage. Dem schließt sich dann ein mehrwöchiges Ausschreibungsverfahren an. Über dessen Ergebnis dürfte der Kreistag wohl nicht vor Ende der Sommerpause entscheiden können.

In der Branche gilt ein einjähriger Vorlauf bis zum Betriebsbeginn als üblich, sodass richtiges Leben in die Halle nicht vor Herbst 2021 einziehen dürfte.

Dann sollen die Gäste aber auch einen weiteren Aufzug nutzen können, der die Garderobe im Untergeschoss mit dem Eingangsbereich und der ersten Etage verbindet. Der Kreistag gab dafür in dieser Woche weitere 200.000 Euro frei. Der Behindertenbeirat hatte diese Lösung allerdings als wenig ausgereift bezeichnet (LZ berichtete) und dies in einem Schreiben vor der Sitzung allen Kreistagsmitgliedern dargelegt.

Gegenwind von Grünen, FDP, Linken und Unabhängigen

So gab es auch sechs Gegenstimmen und vier Enthaltungen aus den Reihen von Grünen, FDP/Unabhängige und Linken. Für den Bau bedeutet diese Lösung voraussichtlich eine Verzögerung von vier bis acht Wochen, kalkulieren die Projektsteuerer.

Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Behindertenbeirat hakte bisher. Am nächsten Dienstag ist nach Auskunft des Landrates ein erster Jour fixe vereinbart, um sich enger abzustimmen. Auch mit der Landesbehindertenbeauftragten will Kreisrätin Sigrid Vossers in der nächsten Woche das weitere Vorgehen beraten. Die Interessenvertreter machten zuletzt deutlich, dass die Halle weiterhin in entscheidenden Punkten noch nicht behindertengerecht sei.

„Uns ist wichtig, dass die Konfliktpunkte schnell gelöst werden“, machte Andrea Schröder-Ehlers (SPD) im Kreistag deutlich. Es gelte, „das rauszuholen, was machbar ist“.

„Es ist gut, dass der Behindertenbeirat so stark aufgestellt ist“, betonte Detlev Schulz-Hendel (Grüne). Seine Initiative, die Aufzugfrage erst zu entscheiden, wenn die Landesbehindertenbeauftragte einbezogen worden ist, fand indes keine Mehrheit im Kreistag.

Von Marc Rath

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