Bei Amazon wird ein Abstand von zwei Metern sichergestellt. Foto: phs

53 Corona-Infizierte zwischen Mitte März und Ende April

Lüneburg/Winsen/Luhe. Im Logistikzentrum des Online-Händlers Amazon in Winsen an der Luhe sind zwischen Mitte März und Ende April 53 Mitarbeiter an dem Coronavirus erkrankt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Amazon zufolge sind im Mai keine weiteren Fälle hinzugekommen. Insgesamt sind an dem Standort rund 1800 Menschen beschäftigt.

Unterdessen sind im Landkreis Lüneburg alle 166 registrierten Covid-19-Patienten wieder genessen, aktuell ist kein Corona-Fall bekannt. Gleichwohl appelliert Landrat Jens Böther, alle Schutzvorkehrungen beizubehalten. „Das Virus ist noch nicht weg.“

Wärmebildkameras und Infrarotthermometer

Über die Vorfälle im Winsener Amazon-Logsitrikzentrum hatte die LZ bereits Anfang Mai berichtet. Damals sprach der zuständige Landkreis Harburg von „aktuell sechs Corona-Fällen im Logistikzentrum“. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel aus Amelinghausen hingegen erklärte: Mitarbeiter hätten ihm gegenüber die Zahl von mehr als 70 Erkrankten genannt. Zur aktuellen Entwicklung sagt er: „Wie aus den Antworten der Landesregierung hervorgeht, haben sich die Verantwortlichen im Kreis Harburg zu sehr auf Fotodokumentationen und Aussagen der Unternehmensleitung verlassen.“

Ein Amazon-Sprecher erklärte am Mittwoch auf Anfrage, das Unternehmen tue alles, um die Mitarbeiter „so weit wie möglich zu schützen“. Im Zuge der Corona-Krise seien mehr als 150 Prozesse in der Logistik angepasst worden.

Der Landesregierung zufolge misst Amazon in Winsen schon vor Betreten des Gebäudes die Körpertemperatur mit Wärmebildkameras und Infrarotthermometern. Mitarbeiterrunden seien ausgesetzt, ebenso wie die Versorgung in der Kantine und Touren für externe Besucher. An den Arbeitsstationen werde ein Abstand von zwei Metern sichergestellt, die Arbeitsplätze würden zudem häufiger und länger gereinigt sowie desinfiziert als üblich.

Christopher Weckwerth und Malte Lühr

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