Mittwoch , 23. September 2020
Viele vermissen die Einhorn-Apotheke. Aber die Kampagne des Stadtmarketing am Munstermannskamp will auf geöffnete Geschäfte hinweisen – die Apotheke ist seit Wochen geschlossen. Foto: Michael Behns

Guter Ansatz – mit einem Fehler

Lüneburg. Die Botschaft ist gut und bitter nötig: Unterstützt Handel und Gastronomie, sie kämpfen in Corona-Zeiten ums Überleben. Allerdings ist der Marketing GmbH dabei ein Fehler unterlaufen. An der Ecke Willy-Brandt-Straße/Munstermannskamp steht die Losung „Wir vermissen Dich – Deine Lieblingsläden in der Stadt“. Blöderweise hat die gezeigte Einhorn-Apotheke nach 295 Jahren Geschichte gerade geschlossen. Das Haus ist verkauft, wer als Mieter folgt noch unklar. Also ein schlechtes Beispiel für die Belebung des Einzelhandels.

Lapsus zu spät entdeckt

„Dumm gelaufen. An den Leerstand habe ich nicht gedacht“, räumt LMG-Chef Lars Werkmeister ein. Das Konzept sei schnell gestrickt worden. Den Lapsus habe er zu spät entdeckt. Die Plakatwand soll ein neues Motiv erhalten, eine Anzeigenkampagne ändern seine Kollegen. Die anderen Slogans und Bilder wollen dazu animieren, lokal einzukaufen etwa mit „Geh mal wieder shoppen!“ oder „Sei ein Lokalheld!“

All das ist Teil der Kampagne „Wir für Lüneburg“, die für die Geschäftsleute trommelt und das Wir-Gefühl stärken möchte. „Vielen steht das Wasser bis zum Hals“, weiß Werkmeister. Denn auch wenn Hausbesitzer Mieten stunden, müssen die Pachten später gezahlt werden. Viele der Betroffenen sagen, dass sie nahezu 100 Prozent der Kosten haben, aber nur halb so hohe Umsätze. Werkmeister: „Wenn Lüneburg wieder den Charme gewinnen soll, den es vor Corona hatte, müssen alle mitmachen.“

Eine neue Aktion ist geplant: Wer hier einkauft, soll Gutscheine erhalten, die in Lokalen eingelöst werden können. ca