Sonntag , 25. Oktober 2020
Zu einem der spektakulärsten Einsätze 2019 rückte die Feuerwehr Lüneburg Mitte April aus: Zwischen Ritter- und Heiligengeisstraße brannte der Dachstuhl des Heiligengeiststiftes. (Foto: A/ca)

729 Einsätze für Lüneburg

Lüneburg. Wenn Thorsten Diesterhöft auf das vergangene Jahr zurückblickt, hat Lüneburgs Stadtbrandmeister vor allem drei Ereignisse vor Augen: den Dachstuhlbrand des Heiligengeiststifts im April, den Lkw-Brand auf der Ostumgehung mit Mega-Verkehrsstau in der Stadt im Juni und den mächtigen Starkregen, der Ende Juli allein 41 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Lüneburg forderte. Dennoch war es ein vergleichsweise „normales“ Jahr, wie Diesterhöft anlässlich der Jahresbilanz 2019 im jüngsten Feuerwehrausschuss berichtete.

Insgesamt 729-mal mussten die Feuerwehrleute im letzten Jahr ausrücken, deutlich weniger als 2018 mit 874 und 2017 mit sogar 871, den bislang meisten Einsätzen seit 1999. Besonders gefordert war dabei die Ortsfeuerwehr Mitte mit 687 Einsatzbeteiligungen, gefolgt von den Ortsfeuerwehren Oedeme (143), Häcklingen (140) und Rettmer (137).

Nicht jeder Einsatz war gerechtfertigt

Die geringere Anzahl im Vergleich zu den beiden Vorjahren begründete Diesterhöft mit den beiden Ausnahmejahren 2018 und 2017, in denen vor allem Unwetter und Hitzerekorde zu überdurchschnittlich vielen Einsätzen geführt hatten.

Zwar bleiben Einsätze wie der Brand im Heiligengeiststift im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert, die mit Abstand meisten Einsätze aber sind weniger spektakulär. So lösten Brandmeldeanlagen zwar insgesamt 144-mal aus, gerechtfertigt war der Einsatz aber nur in 25 Fällen. Ähnlich bei den Heimrauchmeldern: Hier hatte nur bei einem Drittel der insgesamt 66 Einsätze tatsächlich ein Brand den Alarm ausgelöst.

Für ihre Aufgaben sieht Diesterhöft die Stadtfeuerwehr hinsichtlich der Personalstärke gut aufgestellt. So stieg der Personalbestand um neun auf 250 Personen in der Einsatzabteilung, laut Bericht dem höchsten Stand seit 1997. Positiv auch die Entwicklung bei der Jugendfeuerwehr, die von 81 auf 86 Personen anstieg. Einen Rückgang von 68 auf 60 Personen gab es dagegen bei der Kinderfeuerwehr.

Zuwachs beim Personalstand

Ergänzend zum Bericht für 2019 informierte Diesterhöft auch über die aktuelle Situation der Feuerwehr im Umgang mit dem Coronavirus. Danach habe es Infektionen oder Quarantänefälle innerhalb der Feuerwehr bislang nicht gegeben. Des Weiteren seien Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsgefahr für die aktiven Feuerwehrkräfte getroffen worden, unter anderem durch die Einteilung fester Fahrzeugbesatzungen, das Ausrücken nur noch in Mindeststärke sowie die Maskenpflicht in Gebäuden und Fahrzeugen. Darüber hinaus werden Fahrzeuge und Gerät nach einem Einsatz desinfiziert. Der nomale Dienstbetrieb wurde eingestellt, das Betreten der Gebäude sei nur bei Einsätzen möglich. Die Feuerwehr verfügt überdies inzwischen über 4500 Schutzmasken, darunter 2000 FFP2-Masken ohne Ventil sowie 52 Schutzanzüge.

Anders als bislang geplant haben die Kinder- und Jugendfeuerwehren nicht am 11. Mai ihren Dienst wieder aufgenommen, berichtete Diesterhöft. Im Einvernehmen mit dem Landkreis habe man davon Abstand genommen, da auch Schulen und Kindergärten noch nicht wieder geöffnet seien.

Der Bericht des Stadtbrandmeisters wurde vom Ausschussvorsitzenden Christian-Tobias Gerlach und den Mitgliedern des Ausschusses mit Dank für die geleistete Arbeit entgegengenommen.

Feuerwehr Lüneburg 2019

Besondere Einsätze

  • 4. Januar: Feuer Hanse-Schuster
  • 23. Februar: Wasserrohrbruch Carl-F.-Goerdeler-Straße
  • 25. März: Küchenbrand Lünertorstraße
  • 12. April : Dachstuhlbrand Heiligengeiststift
  • 19. Juni: Lkw-Brand Ostumgehung
  • 29. Juli: Starkregen
  • 28. September: Personenrettung St.-Johannis-Turm
  • 4. Dezember: Personenrettung am Lüneburger Westbahnhof

Von Ulf Stüwe