Einen Spaziergang mit schönem Ausblick in die Natur (und auf die Windräder) soll der künftige Naturpfad entlang der Fischteiche ermöglichen. (Foto: uk)

Wind eröffnet Wege

Südergellersen. Das Verfahren für den Bau einer weiteren Windenergieanlage im Windpark Südergellersen schreitet voran: Bei einer Enthaltung (Daniel Weber, FDP) sprach sich der Gemeinderat jetzt für die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans aus.

Damit tut sich allerdings auch ein Problem auf: Denn wirklich öffentlich können Pläne derzeit nicht ausliegen. Sowohl im Reppenstedter Rathaus als auch im Gemeindebüro Südergellersen wolle man die Unterlagen dennoch für Interessierte zugänglich machen, versprach Bürgermeisterin Annette Kammeier (CDU): „Wir wollen die Bürgerbeteiligung.“ Die Unterlagen sollen auch auf der Homepage der Gemeinde zum Download zur Verfügung stehen.

Die Aufstellung des B-Plans Nr.4 Drögennindorfer Weg West hatte der Rat zu Jahresbeginn beschlossen. Das Unternehmen „Landwind“ hatte südlich des Dorfs und östlich des Wetzer Wegs ursprünglich den Bau einer Anlage mit einer Höhe von 240 Metern errichten wollen.

Streuobstwiese soll entstehen

Gemeinde und Betreiber hatten sich schließlich auf eine Gesamthöhe von 200 Metern geeinigt. „Ich denke, das ist ein guter Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können“, sagte Planer Frank Patt, der über den aktuellen Stand der Planung informierte. Im Mittelpunkt standen bei der Ratssitzung weniger die Details der Bauausführung als vielmehr die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen.

So soll am südlichen Ortsrand eine Streuobstwiese mit zwölf Bäumen entstehen. Als Ausgleich für den Eingriff in das Landschaftsbild zahlt „Landwind“ zudem 30 000 Euro, die für den Bau eines neuen Weges vorgesehen sind. Er soll vom Poggenpohl zu den Fischteichen führen und über den Anschluss an den Drögennindorfer Weg zum Natur-Rundweg werden. „Das ist ein sehr schöner Weg, der sicher gut angenommen wird“, zeigte sich Patt überzeugt.

Vertreterinnen der Bürgerinitiative BIWOS waren weniger begeistert vom Verhandlungsergebnis: „Wenn hier schon so eine Anlage platziert wird, dann müsste der Ort mehr davon haben“, sagte Heike Müller, „das ist eine sehr günstige Rechnung für den Betreiber.“ Festgelegt werden die Details in einem Durchführungsvertrag. Der werde erst unmittelbar vor dem Satzungsbeschluss zum B-Plan geschlossen, erklärte Patt.

Weber: "Haushaltssperre wäre übertrieben"

Mit der veränderten Finanzlage durch die Corona-Krise beschäftigte sich ein FDP-Antrag. „Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden sicher groß einbrechen und auch die Einkommenssteuer nicht so ausfallen wie erwartet“, erklärte Daniel Weber. „Eine Haushaltssperre wäre übertrieben, aber wir sollten Investitionen verschieben, bis genaue Zahlen aus der Kämmerei vorliegen.“ Peter Schindler (CDU) schätzte die Finanzlage der Gemeinde weniger negativ ein: Der größte ansässige Betrieb, Lünekartoffel, habe nämlich keine Probleme. „Es werden sogar mehr Kartoffeln gegessen. Bis jetzt haben wir also Glück.“ Statt alle Investitionen aufzuschieben, verständigte sich der Rat darauf, über Ausgaben im Einzelfall abzustimmen. Sonst bestehe die Gefahr, Fördermittel zu verlieren, gab Kammeier zu bedenken.

Einen Spaziergang mit schönem Ausblick in die Natur (und auf die Windräder) soll der künftige Naturpfad entlang der Fischteiche ermöglichen.

Von Ute Klingberg-Strunk