Freitag , 2. Oktober 2020
Mit neuen Strukturen und Standorten sollen auch die Eintreffzeiten der Feuerwehr verbessert werden. Foto: A/t&w

Feuerwehr im Aufbruch

Lüneburg. Auf die Freiwillige Feuerwehr Lüneburg kommen Veränderungen zu. Die geplante neue Wache Ost als dritter Standort in Lüneburg steht dabei im Mittelpunk t. Aber auch ein vierter Standort im Westen ist im Gespräch. Über den aktuellen Stand der Planungen informierte die Stadtverwaltung im jüngsten Feuerwehrausschuss.

„Die Gespräche mit dem Anbieter sind erfolgreich verlaufen“, erklärte Jürgen Kipke im Ausschuss, der coronabedingt erstmals per Videokonferenz durchgeführt wurde. Der Leiter des Fachbereichs Ordnung, Umwelt, Nachhaltigkeit und Mobilität der Stadt bezog sich dabei auf Verhandlungen über ein Grundstück, das der Stadt im Westen angeboten worden ist. Denn die Stadt hat nach einer Empfehlung aus dem umfangreichen Gutachten zur Struktur und Leistungsfähigkeit der Lüneburger Feuerwehr aus dem vergangenen Jahr auch dort nach einer geeigneten Fläche für einen sogenannten „abgesetzten Standort“ Ausschau gehalten.

Hannover will bei Personalstruktur mitreden

Von dem Angebot für das Grundstück, das dem „Optimal-Standort sehr nahe kommt“, wie Kipke erläuterte, scheint die Stadt angetan zu sein: „Da passt alles.“ Das Grundstück liege im Bereich Klinikum/Schaperdrift. Zum Kaufpreis wollte er sich nicht äußern, das Thema werde in dem nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am 26. Mai behandelt.

Eine komplett neue Wache soll dort nicht entstehen, versicherte Kipke. Gedacht sei lediglich an einen Garagenplatz für ein Einsatzfahrzeug und gegebenenfalls Umkleidekabinen. Ziel sei es, die Eintreffzeiten am Einsatzort deutlich zu verkürzen – einer der Schwerpunkte des Gutachtens.

Offen sei auch, wann dort gebaut werden soll. Das Grundstück werde zunächst als „Bevorratungsfläche“ betrachtet.

Deutlich weiter sind die Vorbereitungen für die neue Wache im Osten der Stadt, die 2025 in Betrieb genommen werden soll. Im September soll die Machbarkeitsstudie vorliegen.

Eine feste Besetzung im Osten

An dem Nutzungskonzept werde seitens der Feuerwehr noch gearbeitet. Offen ist dabei auch die personalrechtliche Situation für die mit einer hauptberuflichen Wachbereitschaft geplanten Wache. Lüneburg stelle damit derzeit in Niedersachsen eine „Ausnahmesituation“ dar, wie Kipke erklärte. Die Stadt führe dazu aktuell Gespräche mit der Arbeitsgruppe der Berufsfeuerwehren in Niedersachsen und sei dort inzwischen auch Mitglied. Auch mit dem Land fänden zu dem Thema Abstimmungen statt.

„Wir gehen davon aus, dass wir im Osten eine feste Besetzung haben“, erklärte Kipke. An der grundsätzlichen Struktur werde sich aber nichts ändern, „die Freiwillige Feuerwehr wird die Hauptsäule bleiben“.

Auf die Frage von Jule Grunau (Grüne), ob es dazu schon konkrete Gespräche mit den Mitgliedern der Feuerwehr gegeben habe, erklärte Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft: „Das ist noch verfrüht, da die genauen Anforderungen auch mit Hannover noch geklärt werden müssen.“

Leichte Verzögerungen durch Corona habe es bei der Planung einer zweiten Zufahrt an den Standorten Mitte und Süd gegeben, erklärte Kipke. Mit dem Bau soll aber noch im Sommer begonnen werden.

Von Ulf Stüwe