Sonntag , 1. November 2020
Foto: Timo Jann

Großbrand in Lauenburg

+ + + UPDATE + + +: Nach Angaben der KFV Herzogtum Lauenburg ist das Feuer mittlerweile gelöscht, die Feuerwehrleute mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt.

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+ + + UPDATE + + +:  Durch wechselnde Winde wird die Rauchwolke derzeit in unterschiedliche Richtungen getrieben. In dem Zusammenhang bittet die Feuerwehr auch die Bevölkerung in der Samtgemeinde Scharnebeck sowie in der Stadt Bleckede, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten.

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Lauenburg/Basedow. Die Menschen in Lauenburg und Umgebung sind am Freitagmorgen einer Katastrophe entgangen: Ein tiefschwarze Rauchwolke stieg mehr als 200 Meter hoch in den Himmel auf, der Produktionsturm von Worlee-Chemie an der Söllerstraße stand in Flammen. Hier werden auch aus Gefahrstoffen Lacke und Kunstharze für Kunden hergestellt, es gab eine massive Schadstoffentwicklung. Die Feuerwehrleute konnten verhindern, dass sich der verheerende Brand weiter auf das Rohstofflager ausbreiten konnte.

Während in Lauenburg gegen die lodernden Flammen angekämpft wurde, kam es in etwa sieben Kilometer Entfernung vom Brandort bei Basedow zu einem tödlichen Drama: Ein Feuerwehrmann der Wehr aus Grambek, der in der Technischen Einsatzleitung (TEL) aktiv ist, war mit einem Mannschaftstransportwagen mit Blaulicht auf dem Weg zur Brandstelle, um dort die Einsatzleitung zu unterstützen. In Höhe eines Bauernhofes an der Landesstraße 200 zwischen Büchen und Lauenburg stoß der VW Bus dann mit einem Skoda zusammen, der dort abbiegen wollte. Den genauen Unfallhergang konnte die Polizei noch nicht klären, ein Gutachter wurde hinzugezogen. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Autos auf ein Feld geschleudert, der Skoda landete auf dem Dach. Der mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 29“ aus Hamburg eingeflogene Notarzt konnte den Skoda-Fahrer nicht mehr retten. Der Feuerwehrmann erlitt einen Schock und wurde ebenso wie andere Einsatzkräfte seelsorgerisch betreut.

Mitarbeiter des Chemiewerkes wurde verletzt

Derweil breitete sich das Feuer bei Worlee in dem etwa 40 Meter hohen Produktionsturm auf ganzer Höhe aus. Von mehreren Drehleitern und mit Wasserwerfern gingen die mehr als 300 Feuerwehrleute gegen die Flammen vor. Vertreter des Chemiewerks unterstützten die Einsatzleitung bei der Gefährdungsbeurteilung, 20 umliegende Betriebe wurden vorsorglich evakuiert. Polizisten riegelten die Zufahrt schon an der Palmschleuse ab.

Ein Notarztteam hatte sich gegen 8 Uhr am Einsatzort außerdem um einen verletzten Mitarbeiter des Chemiewerkes gekümmert. „Er hat den Ausbruch des Feuers aus nächster Nähe miterlebt“, sagte Unternehmenssprecherin Annika Kunze. Was passiert war, ist aber noch unklar. „Sobald der Brand unter Kontrolle und gelöscht ist, beginnt die Ermittlung der Brandursache“, sagte sie. Über die Schadenshöhe konnte sie noch keine Angaben machen, er dürfte aber deutlich mehr als zehn Millionen Euro betragen.

Von Timo Jann

Die Bewohner werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.