Samstag , 26. September 2020
Allzeit waschbereit: In jedem Klassenzimmer in städtischen Schulen soll es ein Waschbecken geben. Foto: AdobeStock

Klassenräume werden aufgerüstet

Lüneburg. Zum Unterrichtsbeginn am Morgen, nach der Pause und vor dem Essen: Schulkinder müssen sich derzeit deutlich häufiger die Hände waschen, als noch vor Corona-Zeiten. Damit die Schulen für das tägliche Prozedere gut ausgerüstet sind, prüft die Stadt, wo noch Bedarf ist. Dort sollen zusätzliche Waschbecken angebracht werden. „Es hat gemeinsame Begehungen mit den Schulleitungen gegeben, um den Ist-Bestand an Handwaschbecken zu prüfen, zu besprechen, wie die Abläufe zum Schulbetrieb aussehen sollen und die Wünsche aufzunehmen“, erklärt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Ziel der Stadt sei es, in den städtischen Schulen dafür zu sorgen, dass in jedem Klassenzimmer ein Waschbecken vorhanden ist. Dort, wo das nicht der Fall ist, soll entsprechend nachgerüstet werden. Das gelte vor allem für die Grundschulen, weil dort „gegebenenfalls noch eine engere Begleitung nötig ist“.

Umsetzung kann noch einige Wochen dauern

Moenck betont, dass die Becken an das Frisch- und Abwassernetz anschlossen werden, leicht zu reinigen sein und den Hygieneanforderungen entsprechen müssen. „Um aufwendige Fliesen- und Montagearbeiten zu vermeiden, entwirft der Fachbereich Gebäudewirtschaft der Hansestadt eine vorgefertigte Konstruktion mit Waschbecken, Seifen- und Papierspender auf einer Vorsatzwand.“ Für eine entsprechende Konstruktion sei die Stadt bereits im Gespräch mit Anbietern. „Es wird voraussichtlich noch einige Wochen dauern bis zur Umsetzung, aber es soll natürlich so schnell wie möglich gehen“, sagt Moenck.

Ein Problem sei das nicht, findet Henning Torp, Schulleiter der Igel-Schule: „Auch wenn die Umsetzung noch lange dauert, halte ich das Vorhaben für sehr sinnvoll.“ Schließlich sei die Versorgung derzeit zwar gesichert, jedoch müsse man bedenken, dass in der nächsten Zeit immer mehr Kinder zurück in die Schulen kommen. Deshalb werden an der Igel-Schule nun in zwei Klassen Waschbecken nachgerüstet, ob es noch ein zweites Becken in jedem Raum geben wird, ist noch nicht klar.

In jedem Raum ein Waschbecken

Auch an der Grundschule Hasenburger Berg und der Hermann-Löns-Schule gibt es bereits genaue Pläne. Die Leiterin der Grundschule Hasenburger Berg, Marianne Borowski meint: „Falls wir zurück in den Vollbetrieb gehen, können wir die Handhygiene mit den aktuellen Gegebenheiten nicht gewährleisten. Deshalb ist eine Aufrüstung notwendig.“ An dieser Schule sollen deshalb alte Becken ausgetauscht und ein paar zusätzliche angebracht werden.

Ähnlich sieht es an der Hermann-Löns-Schule aus. „Wir haben zwar in jedem Raum ein Waschbecken, aber die sind schon recht alt. Deshalb hat uns die Stadt angeboten, in jedes Klassenzimmer ein weiteres, neues einzubauen. Das nehmen wir gerne an“, meint die kommissarische Konrektorin Kerstin Müller.

Keinen Bedarf haben derzeit die Grundschule am Kreideberg und die Grundschule Häcklingen. Beide Schulleiterinnen finden das Vorhaben der Stadt gut, gehen aber erstmal davon aus, mit ihren Kapazitäten zurecht zu kommen. Barbara Hinzmann, Rektorin der Grundschule Häcklingen, sagt: „Es ist super, dass sich darüber Gedanken gemacht wird, und ein Waschbecken in jedem Klassenraum ist wirklich notwendig. Wir denken aber, dass wir damit auch erstmal auskommen und haben noch nicht weiter geplant.“ Ob ein Aufstocken nötig wird, hänge vor allem von den zukünftigen Gruppengrößen ab.

Aus Steuergeldern finanziert

Das betont auch Hendrik Garbers, Rektor der Grundschule im Roten Feld. „Um die Effizienz zu verbessern, bräuchten wir mehr Waschbecken, zumindest wenn tatsächlich alle Schüler zurückkommen sollten.“ Andererseits sollte aber auch die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme hinterfragt werden. „Die Handhygiene ist schließlich nur ein Aspekt des Infektionsschutzes und Grundschulkinder sind einfach nicht so bedacht mit ihren Händen. Am Ende werden die neuen Waschbecken aus Steuergeldern finanziert, das sollte man zumindest bedenken.“

Der Landkreis hat an seinen Schulen ebenfalls geprüft, ob weitere Waschmöglichkeiten geschaffen werden müssen. Pressesprecherin Katrin Holzmann sagt: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir insgesamt ausreichend ausgestattet sind. Die meisten Schulen haben noch Waschbecken in den Unterrichtsräumen.“ Dort, wo keine sind, werden nun Desinfektionsspender aufgestellt, zudem werden die Sporthallen geöffnet, damit sich die Schüler auch dort die Hände waschen können.

Von Lilly von Consbruch