Montag , 28. September 2020
Die Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben im Fuhrpark des Landkreises sollen schrittweise ausgemustert werden. (Foto: t&w)

Aus für Benziner und Diesel

Lüneburg. Fossile Brennstoffe haben ausgedient. Jedenfalls als Antriebsart bei allen Fahrzeugen, die der Landkreis Lüneburg künftig für seinen Fuhrpark anschafft. Bei nur einer Enthaltung sprach sich der Mobilitätsausschuss des Kreistages dafür aus, bis spätestens 2030 Verbrenner auf Basis fossiler Brennstoffe durch moderne und klimafreundliche Antriebsarten zu ersetzen.
„Damit legen wir uns aber auf keine Antriebsart fest“, betonte Petra Kruse-Runge vom Bündnis 90/Die Grünen bei der Sitzung des Mobilitätsausschusses. Ihre Fraktion hatte den Antrag eingebracht. Detlev Schulz-Hendel, ebenfalls Grüne, erläuterte: „Es handelt sich um eine Zielvereinbarung, einen Grundsatzbeschluss, der aussagt, bis wann der Umstieg gelingen soll.“ Dabei gehe es mitnichten darum, die Flotte etwa komplett auf Elektroantrieb umzustellen. Die weitere technische Entwicklung auf dem Gebiet der Fahrzeugantriebe müsse bei Neuanschaffungen stets im Fokus stehen. „So könnten dann eines Tages die kreiseigenen Nutzfahrzeuge möglicherweise mit Wasserstoffantrieb fahren“, gab er ein Beispiel.

In der Sitzungsvorlage hatte die Kreisverwaltung den derzeitigen Stand der Dinge bei dem Thema Umrüstung der Flotte erläutert. So heißt es darin etwa, dass die Kreisverwaltung sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Elektromobilität im kreis­eigenen Fuhrpark beschäftige. Das erste Elektrofahrzeug, ein Smart fortwo electric drive, werde bereits seit 2013 eingesetzt. Später wurden Elektrofahrzeuge in Form von Plug-In-Hybriden mit Reichweitenerhöhung geleast. Seit dem 1. Februar 2018 fahre neben einem Audi A3 ein reines Elektrofahrzeug von BMW (BMW I3, Batteriekapazität 33,2 kWh).

Konzept soll bis zur nächsten Haushaltsberatung vorliegen

„Im Haushaltsplan 2020 ist das Ziel, mindestens einen weiteren Pkw mit konventionellem Antrieb durch ein Fahrzeug mit Elektroantrieb zu ersetzen“, so die Verwaltung. Dann befänden sich drei Elektrofahrzeuge im Fuhrpark. Überhaupt sei es das Ziel, in den kommenden Jahren weitere Elektrofahrzeuge zu beschaffen, sofern nicht durch die besonderen Nutzungsanforderungen mit herkömmlichem Antrieb der Vorzug gegeben werden müsse.

In einem „zentralen Mobilitätsmanagement“ sind darüber hinaus Möglichkeiten für Umstellung des Fuhrparks bis 2025 mit konkreten Schritten und Maßnahmen beleuchtet worden. Es wird aus dem Elektro-Mobilitätskonzept heraus empfohlen: „Umstellung/Neuanschaffung von vier E-Fahrzeugen oder Reduktion der Fahrzeuge zugunsten von E-Car-Sharing-Nutzung für alle Mitarbeiter, Erweiterung um Pedelecs, um die Reduktion der Fahrzeuge durch Poolbildung zu unterstützen, Einführung des e-Fahrtenbuch und eines Dispositionssystems (digitales Flottenmanagement) mit der Einbindung einer externen öffentlichen Carsharing-Dienstleistung“, informierte die Verwaltung die Ausschussmitglieder.

Bis zur nächsten Haushaltsberatung soll das Konzept vorliegen, mit dem die Zielvereinbarung mit Leben gefüllt werden kann. So steht es im Antrag der Grünen, den der Ausschuss auf den Weg gebracht hat. Der Kreistag muss auch noch zustimmen, bei der Sitzung am Montag, 18. Mai, steht das Thema auf der Tagesordnung.

Von Stefan Bohlmann