Wie bei dem Einsatz am Freitagabend im Gefängnis tragen die Feuerwehrleute einfache Schutzmasken, wenn sie an- und wieder abrücken. Foto: ca

Einsatz mit Maske

Lüneburg. In der Feuerwehr der Samtgemeinde Ilmenau gab es einen gewissen Unmut: Für Ehrenamtliche, die ausrückten, standen zeitweilig keine Masken zur Verfügung. Gemeindebrandmeister Thomas Dittmer sagt: „Konkret geht es um neun Einsätze. Es war für Kameraden kein schönes Gefühl, dass der Feuerwehr da nicht mehr Priorität eingeräumt wurde.“ Doch inzwischen habe die Samtgemeinde für ihre Einrichtungen ausreichend Schutz beschaffen können und auch die Brandbekämpfer bedacht. „Es geht um gegenseitigen Schutz“, sagt Dittmer. Den empfehle auch die Feuerwehr-Unfallkasse. Er räumt aber auch ein, dass wie zum Beispiel beim Einkauf ein Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase eine ähnliche Wirkung erziele.

Masken-Probleme plagten auch andere Wehren. Doch in Lüneburg zeigt Sprecher Daniel Roemer Verständnis: „Das war der Gesamtsituation geschuldet. Es war für alle nicht einfach, Masken zu besorgen.“ Die Stadt habe reagiert, zudem habe es Spenden eines Unternehmens gegeben, sodass nun Schutz in unterschiedlicher Qualität vorhanden sei. Ähnliche Rückmeldungen gibt es auch aus Bleckede. Bei sogenannter Tragehilfe konnte zumeist der Rettungsdienst unterstützen. Die Feuerwehr rückt an, wenn beispielsweise ein übergewichtiger Patient Hilfe braucht oder jemand nicht durch ein enges Treppenhaus getragen werden kann und daher eine Drehleiter wie ein Fahrstuhl eingesetzt wird.

Begegnungen sollen reduziert werden

Die Helfer haben versucht, feste Gruppen zu bilden, die zu einem Feuer oder einem Unfall fahren. Was in der Stadt meistens funktioniert, ist auf dem Land schwierig. Kreisbrandmeister Torsten Hensel hatte schon vor Wochen gesagt, da sei man in der Regel froh, überhaupt genug Kameraden zusammenzubekommen. Denn viele der Feuerwehrleute arbeiten tagsüber beispielsweise in Lüneburg oder Hamburg und damit weit weg von zu Hause.

In Lüneburg steuern die Verantwortlichen nun wieder um und passen sich an die Lage an. „Eine Hälfte der Wache Mitte ist für zwei Wochen in Bereitschaft, die andere Hälfte dann danach“, erklärt Roemer das Wechselmodell. Die Kollegen der Ortswehren im Süden, Oedeme, Häcklingen und Rettmer seien selber organisiert. So sollen Begegnungen reduziert werden.

13 Einsätze seit Freitagabend

Zudem hat das Kommando die Stärke reduziert, um mehr Abstand zu halten. Statt acht oder neun Kräfte sitzen nun beispielsweise sechs in einem Fahrzeug. Dort tragen alle ganz einfache Masken wie beim Einkauf. Das funktioniere ganz gut. Bis heute gebe es in Lüneburg keinen bekannten Fall eines mit Corona infizierten Feuerwehrkameraden.

Gefordert war die Crew an diesem Wochenende reichlich: 13 Einsätze seit Freitagabend, der Durchschnitt liege eher bei zweien pro Tag. „Unklare Rauchentwicklung“ durch Feuerschalen, auf dem Herd vergessenes Essen, eine ausgelöste Brandmeldeanlage und eine Brandstiftung in einer Zelle im Knast. Ernsthaft zu Schaden kam niemand.

Von Carlo Eggeling